Glaube im Alltag : Palmsonntag: Der Name ist Programm

Er bezieht sich darauf, dass die große Menge der Besucher des Passahfestes in Jerusalem Palmzweige auf den Weg wirft, um Jesus zu begrüßen. „Sie nahmen Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: ‚Hosianna!

Gelobt sei der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!“ (Johannesevangelium 12,13). 

Für mich bedeutet dieser Tag den Auftakt zur Feier der wichtigsten Ereignisse um Jesus und seine Anhänger. Jubel, Verehrung, Erfolg, alles, was ein Mensch erreichen kann, scheint in diesen Ereignissen auf. Jesus wird verehrt, als der von Gott geschickte Friedenskönig. Aber auf die Verehrung durch Menschen kann Jesus nicht bauen. Auf die Hosianna-Rufe folgen später die Kreuzige-Rufe.

Ich denke darüber nach, was die Erinnerung an Jesu Einzug in Jerusalem uns heute, etwa 2000 Jahre danach, noch bedeuten kann. Wir befinden uns mitten in der dritten Corona-Welle, Tendenz steigend. Menschen auf den Straßen oder öffentlichen Plätzen wie bei Festen üblich, wird es nicht geben. Die Erinnerung an Jesus und das Passahfest damals in Jerusalem wird dieses Jahr im kleinen Rahmen gefeiert, eher im engen Familienkreis, nicht in der Öffentlichkeit. Die Umstände, unter denen Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern begangen werden, sind anders, aber der Inhalt bleibt.

Jesus, zuerst hoch verehrt als von Gott geschickter Retter, eine Lichtgestalt für die Menschen, dann zum Tode am Kreuz verurteilt. Für Christinnen und Christen ist die Geschichte Jesu damit nicht zu Ende, im Gegenteil, sie fängt mit Ostern neu an. Wie die spannende Geschichte von Jesu letztem Lebensabschnitt begann, daran erinnert uns der Palmsonntag.