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Hunderte Besucher beim Kunstfestival in Trier

Verkaufsausstellung : Hunderte Besucher beim Kunstfestival in Trier

Viele wollten beim Markt der Künste in der Europäischen Kunstakademie Künstler und ihre Werke kennen lernen.

Wenn der Fotograf Helmut Thewalt an seinem Stand in der Europäischen Kunstakademie (EKA) von der Suche nach Motiven für seine Bilder spricht, leuchten seine Augen und er lacht verschmitzt: „Diesen alten Rebstock wollte der Winzer verbrennen, ich habe ihn dann gerettet und in mein Studio gebracht, vor einem weißen Hintergrund platziert und fotografiert“. Herausgekommen ist ein großformatiges, beeindruckendes Bildnis davon, wie sich so ein Gehölz im Laufe der Jahrzehnte verändert, verdreht, immer wieder austreibt, an Struktur gewinnt und so zum Kunstobjekt wird, das beredt Zeugnis über die Kultur der Region ablegt.

Das Bild ist ein Paradebeispiel für die Werke, die am Sonntag beim jährlichen „Markt der Künste“ in der EKA zu sehen (und auch zu erwerben) waren. Aus 80 Bewerbern hatte eine Jury mit der scheidenden Akademie-Leiterin Dr. Gabriele Lohberg und der Förderkreis-Vorsitzenden Dr. Katrin Braun-Hülsmann an der Spitze,  67 Profis und semi-professionelle Künstler ausgewählt, die ihre Werke präsentieren durften. 46 Aussteller gehören zur Stammbesetzung. Über 800 Besucher sind auch in diesem Jahr gekommen, um Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Grafik, Zeichnung, Aktionskunst und Bildhauerei zu bestaunen und zu kaufen. Schon seit den 1990er-Jahren gibt es die Veranstaltung. So ist über die Jahre eine Art Kunstfestival mit Künstlern aus der Großregion entstanden, die in diesem Fall von Trier über Luxemburg bis nach Mainz reicht. Es gab ausgiebig Platz und Zeit, mit den Ausstellern zu sprechen, sich auszutauschen, Netzwerke zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen. Ralf Brauner gestaltete mit Gitarre und seinem Gesang den musikalischen Rahmen und das benachbarte Szene-Restaurant Herrlich Ehrlich bot Getränke und Snacks. An den Tischen saßen die Kunstfreunde in Grüppchen beisammen, feierten ihr Wiedersehen und tauschten sich aus. Locker und entspannt war die Atmosphäre in den lichtdurchfluteten, hohen Hallen der Europäischen Kunstakademie (EKA) am Moselufer der Luxemburger Straße in Trier West. Ein eigenes Atelier besetzten die ehemaligen und aktuellen Studierenden der Akademie, die ihre Arbeiten als Ergebnis der berufsbegleitenden, dreijährigen Studiengänge präsentierten. Eine junge iranische EKA-Stipendiatin zeigte beispielsweise ihre hyperrealistischen Porträt-Malereien, die einige Besucher in Erstaunen versetzten.

So waren denn auch die Veranstalter zufrieden, Dr. Lohberg geht zwar in den Ruhestand, bleibt aber der EKA verbunden: „Wenn ich mir das hier so anschaue, wird es aber wohl eher ein Unruhestand“, sagt er.