1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Brauchtum: Klappern einmal anders: Viele Kinder machen zu Hause Krach (Fotos/Videos)

Brauchtum : Klappern einmal anders: Viele Kinder machen zu Hause Krach (Fotos/Videos)

In diesem Jahr ist alles anders. Das haben auch unlängst die Kinder mitbekommen und spüren es in ihrem Alltag. Die Corona- Krise führt zu vielen Einschränkungen im Leben. Auch die Kirche und das gesellschaftliche Leben sind davon nicht verschont geblieben.

In der Region heißt es in den Kartagen nun Klappern von zu Hause aus.

In vielen Orten in der gesamten Region Trier vom Hochwald, über den Hunsrück und der Mosel bis in die tiefe Eifel verstummen die Kirchenglocken ab dem Gloria in der Gründonnerstagsfeier. Traditionell gibt es dann wieder in der Osternachtfeier ein festliches Glockengeläut. Ausgenommen ist in diesem Jahr das Läuten zum Danken und Gedenken an alle Menschen der Corona- Krise um 19.30 Uhr.

Klappern einmal anders: Viele Kinder machen zu Hause krach

So ist auch eine gute Tradition, dass sich zu den Zeiten der Betglocke die Kinder der Dörfer treffen und gemeinsam durch die Straßen ziehen. Dabei rufen sie auf dem jeweiligen Dialekt einen Spruch und erinnern die Menschen in ihren Häusern mit Klappern und Raspeln an die Betglocke.

In diesem Jahr ist alles anders. Das gewohnte Miteinander fällt weg. Die Kinder können schon seit Wochen nicht mehr ihre Freunde treffen. Das gemeinsame Klappern fällt auch aus. Doch unter dem Motto #WIRKLAPPERNZUHAUSE hat das Bistum dazu aufgerufen, dass die Kinder und Jugendlichen einfach in diesem Jahr zuhause von ihren Balkonen, im Garten oder vor der Türe auf dem Bürgersteig klappern sollen.

Klappern in Klausen

Wir haben uns am Karfreitag um 12 Uhr in Reinsfeld umgehört. Und es wurde richtig laut. So haben sich am Heidering alle Kinder aus der Straße vor ihren Haustüren getroffen. „Haben wir 12 Uhr?“ ruft Justus dem Felix über die Straße zu. „Ja es ist 12 Uhr, los geht es“ ruft Ronja allen zurück. Und schon wird es laut. „Laut Mettisch, laut Mettisch“ schallt es über die Straße und hinterher ein Gedonner von Raspeln, Klappern und Kochtöpfen. Und alle haben sichtlichen Spaß dabei. Das machen die Kinder mehrere Minuten lang, während die strahlende Sonne sie anlacht.

Auch Leonie und ihre Schwester Claire sind mit dabei. „Wegen dem Coronavirus können wir nur vor unserer eigenen Haustüre Kleppern und nicht in der Gruppe. Es ist zwar was anderes, aber es macht auch Spaß“ freut sich Leonie. Ein Haus weiter steht Ronja. „Es ist schon ein komisches Kleppern in diesem Jahr. Das wir alle Abstand halten müssen und nicht gemeinsam uns treffen können. Aber vor unseren Haustüren sehen wir uns wenigstens alle“ zeigt sich Ronja wehmütig, dennoch mit Freude dabei. Ein paar Häuser weiter steht noch Justus und seine Schwester Anna. Beide haben sich, wie alle anderen Kinder in der Straße bereits um 7 Uhr am frühen Morgen getroffen und „Beetdach, Hönnenkrach, iwwermoa es Öschterdach“ gerufen. „Was ich nicht so toll finde ist, dass wir in diesem Jahr keine Eier, Süßigkeiten und Geld einsammeln können“ sagt Justus, seine Schwester Anna fügt hinzu „Es macht aber trotzdem Spaß.“

Die Kinder werden sich auch am Abend um 18 Uhr wieder an der Straße treffen und vor ihren Haustüren gemeinsam Kleppern und dabei rufen „“Beetglock, Hönneglock, laut et net, da rappelt et doch“

Alleine in Reinsfeld kamen im vergangenen Jahr über 80 Kinder zusammen zum gemeinsamen Kleppern. Im Sommer gibt es dann eine gemeinsame Fahrt als Dank für ihre Arbeit. Im Jahr 2020 wird es wohl keine große Fahrt geben, der Spaß ist bei den Kindern dennoch geblieben. In diesem Jahr ist eben alles anders.