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Monsterbagger gegen Mineralbeton

Monsterbagger gegen Mineralbeton

RIOL. Damit hatte niemand gerechnet: Die Baggerschaufeln sind in der Kiesgrube "Triolago Freizeitsee" in Riol auf eine ausgeprägte Mineralbetonschicht gestoßen. Eine Zeit lang schien damit das ganze Projekt gefährdet – doch die Ortsgemeinde und Investor Günter Becker halten durch.

Während der Arbeiten in der Kiesgrube war Becker von der Freizeitsee GmbH Riol mit seinem "Rambo" - wie er seine teure Schrapperanlage nennt - auf ungewöhnlichen Widerstand gestoßen. "Normalerweise kommt nach der Kiesschicht Schiefer zum Vorschein", erklärt Becker.Gutachten ohne Hinweise

Anstelle von kleinen Steinchen waren jedoch "schwarze Klumpen" ans Licht gekommen. "Ich träume ja schon mal auf meinem Bagger, dass ich eine Kiste Gold ausgrabe", sagt Becker - "aber so was!" Und nach Lachen war ihm auch nicht mehr zumute. Es stellte sich heraus, dass mehr als die Hälfte des zukünftigen Sees (180 000 Quadratmeter geplante Wasserfläche) in drei Metern Tiefe von einer Kiesverbackung bedeckt war. Im Erkundungsgutachten der Gemeinde hatte es keine Hinweise auf den "Mineralbeton" gegeben. "Verbackungen sind nichts Ungewöhnliches in Kiesgruben", sagt der Landschaftsplaner Egbert Sonntag aus Riol. Nur derart große Ausbreitungen seien bisher nicht bekannt gewesen. Die natürlichen Ablagerungen, die durch Hydroxide gebunden sind, "sind hart wie Beton". Dem Partnerschaftsprojekt zwischen der Becker Freizeitsee GmbH und der Gemeinde Riol hatten sich also die sprichwörtlichen Steine in den Weg gelegt. Im Jahr 2004 hatten die Beckers den Vertrag mit der Gemeinde unterzeichnet. "In dem Pachtvertrag steht, dass wir sechs Jahre auskiesen und 60 Jahre den Freizeitsee betreiben werden", erklärt Gabriele Becker. Wegen der harten Mineralschicht rückte zunächst ein Lohnauskieser mit einem großen Seilbagger aus Bayern an. Erfolg: Fehlanzeige. "Erst mit einem Monster von Hydraulikbagger ging es", sagt Becker. Die "harten Brocken" werden ein paar Meter weiter wieder verfüllt. Der GmbH ist durch die "Einstellung des Monsterbaggers" und den wegfallenden Kiesanteil offenbar ein erheblicher Schaden entstanden. "Die Gefahr, dass das Projekt scheitert, war anfänglich da. "Jetzt geht es weiter", sagen Ortsbürgermeister Arnold Schmitt (CDU) und Günter Becker. Damit sich der Schaden für die GmbH in Grenzen hält, wolle sich die Gemeinde stärker engagieren, fügt Schmitt hinzu. Man denke an die Übernahme der geplanten Rundwege und Parkplätze durch die Gemeinde - so könne deren Bau mit 70 bis 80 Prozent vom Land bezuschusst werden. "Wir sind am tüfteln und hoffen auf Hilfe vom Land", sagt Schmitt und betont: "Der Freizeitsee ist ein Gemeinschaftsprojekt, und wir werden die Becker GmbH nicht alleine lassen."