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Nah am Wasser gebaut: Brücke im Butzerbachtal entsteht unter erschwerten Bedingungen

Nah am Wasser gebaut: Brücke im Butzerbachtal entsteht unter erschwerten Bedingungen

Rechts ein steiler Abhang, links ein steiler Abhang, ein Bach und fast kein Platz für die Arbeitsgeräte. Das ist die derzeit am schlechtesten zugängliche Baustelle im Trierer Land. Vier Männer sind dort damit beschäftigt, den Weg durch das Butzerbachtal wieder begehbar zu machen. Ein Baustellenbesuch.

Kordel/Newel. Ohne Baustellenradio geht gar nichts. Auch nicht im Butzerbachtal zwischen Kordel und Newel. Dabei müssen sich die vier Handwerker genau überlegen, was sie zu ihrem Einsatzort mitnehmen. Denn die Baustelle ist schwer zugänglich. Und so dröhnen Pophits wie "Wherever I go" von One Republic durchs Tal, wo seit Monaten überhaupt nicht viel gegangen ist und wird.
Sven Richter ist einer der Monteure der neuen Hängebrücke über den Bach. Er sagt: "Die Seile und neuen Trittstufen haben wir abgeseilt." Auf diese Weise war zuvor auch die alte Hängeseilbrücke auf einen mehrere Meter oberhalb der Baustelle verlaufenden Wirtschaftsweg gezogen worden.
Die alte Konstruktion war ebenso wie die übrigen Wege und Stege Ende Juli 2015 von einem Sachverständigen gesperrt worden. "Zu unsicher und teilweise morsch", so lautete das Urteil über den Weg im Tal unweit der Burg Ramstein, der sich bei Spaziergängern normalerweise großer Beliebtheit erfreut (der TV berichtete).
Neueröffnung im Frühjahr

 Stahldrähte im Inneren der Seile sorgen für die notwendige Tragkraft der neuen Hängebrücke.
Stahldrähte im Inneren der Seile sorgen für die notwendige Tragkraft der neuen Hängebrücke. Foto: (h_tl )


Rund 224 000 Euro lassen es sich die Ortsgemeinden Newel und Kordel sowie die Verbandsgemeinde Trier-Land und das Land Rheinland-Pfalz kosten, damit dieser Abschnitt des Eifelsteigs wieder begangen werden kann. Jürgen Karst, Werkleiter der Verbandsgemeinde Trier-Land, hofft, dass zum Beginn der Wandersaison der Weg wieder offiziell begehbar ist.
Bis dahin muss jedoch noch eine Menge Arbeit geleistet werden. Bis Freitag wollen Richter sowie Tim Meyers, Markus Burger und Andreas Rößmann die doppelte Hängebrücke fertiggestellt haben. Neben rund 800 Kilogramm Seil müssen dann noch 330 Stufen und ein Sicherheitsnetz so miteinander verbunden werden, dass man gefahrlos und trockenen Fußes zwischen den Bachhängen wechseln kann.
Trockene Füße sind auf der Baustelle derzeit nicht garantiert. Denn unmittelbar neben dem improvisierten Arbeitstisch plätschert der Butzerbach. Derzeit ist er eher ein Rinnsal. "Wenn es stark regnet und der Pegel steigt, müssen wir abbrechen", sagt Sven Richter.
Doch nicht nur die Baustelle ist ein eher ungemütlicher Ort. Auch der Weg dorthin verlangt Bergsteigerqualitäten. Denn im ersten Schritt sind die baufälligen Brücken und Stege abgebaut worden, so dass man nur noch rutschend, hangelnd und kletternd zum Einsatzort gelangt. Fast so wie im Kletterpark muss man sich an einem Seil zu der Stelle vorkämpfen, wo Meyers und Burgers Löcher in die Stufen fräsen. Diese werden dann von Rößmann und Richter verschraubt. "Das ist hier vorne am Anfang noch einfach", sagt Richter und zeigt dabei auf die über einem großen Felsen schwingenden Seitenteile aus Seilen. Diese bestehen aus vier Litzen aus Stahl, die mit einem Plastikgewebe ummantelt sind.
Die Stufen bestehen ebenfalls aus einem Kunststoff. Bei der Vorgängerbrücke kam es immer wieder einmal vor, dass morsche Tritte durchgebrochen sind. An der obersten Brücke, von der aktuell nur noch die Fundamente aus dem Erdboden ragen, fiel das komplette Geländer ins Bachbett. Doch das ist eine andere Baustelle. Um die zu erreichen, werden Monteure nicht über Steine im Butzerbachtal rutschen müssen.