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taz-Journalistin Ulrike Herrmann hält die „Trierer Rede“ 2022

Politik : „Karl Marx und das Ende des Kapitalismus“: taz-Journalistin Ulrike Herrmann hält die „Trierer Rede“ 2022

Am 5. Mai, dem Geburtstag von Karl Marx, veranstaltet die Stadt Trier seit 2019 die „Trierer Rede“. Was Klimawandel, Umweltzerstörung und Ressourcenknappheit mit Karl Marx zu tun haben, wird die diesjährige Festrednerin, taz-Redakteurin Ulrike Herrmann, erläutern.

Am 5. Mai, dem Geburtstag von Karl Marx, veranstaltet die Stadt Trier seit 2019 die „Trierer Rede“ – einen Festvortrag zu aktuellen Fragestellungen mit Gästen aus Kultur, Gesellschaft und Wissenschaft.Die Referentin der „Trierer Rede“ 2022 steht nun fest: Die Wirtschaftsjournalistin und taz-Redakteurin Ulrike Herrmann spricht zu Karl Marx und dem Ende des Kapitalismus im Angesicht von Klimawandel, Umweltzerstörung und Ressourcenknappheit.

Karl Marx habe den Kapitalismus immer als ein historisches Phänomen verstanden – mit einem Anfang und einem Ende. Damit hatte er Recht, folgert Herrmann. Allerdings werde das Ende anders eintreten, als Marx es sich gedacht habe. Der Kapitalismus werde nicht verschwinden, weil eine proletarische Klasse die Macht übernähme, sondern weil der Kapitalismus zwingend Wachstum benötigte, um stabil zu sein. Unendliches Wachstum sei aber nicht möglich in einer endlichen Welt. Der Kapitalismus wird an absolute Grenzen stoßen: Rohstoffe und Natur werden knapp, so Herrmann. Was also ist die Zukunft?

Ulrike Herrmann ist Wirtschaftsredakteurin bei der tageszeitung (taz), ausgebildete Bankkauffrau und studierte Philosophie und Geschichte an der Freien Universität Berlin. Sie ist regelmäßiger Gast im Radio und im Fernsehen. Von ihr stammen mehrere Bestseller, dazu gehört „Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung. Die Krise der Ökonomie – oder was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können“ (Piper 2018).

„Ulrike Herrmann ist eine engagierte und kritische Kommentatorin des Zeitgeschehens, die sich in die öffentliche Diskussion aktiv einbringt. Sie versteht es ausgezeichnet, komplexe Zusammenhänge verständlich darzustellen. Daher freue ich mich sehr auf ihre Perspektive zur wirtschaftlichen Entwicklung angesichts der immensen ökologischen Herausforderungen“, betont Kulturdezernent Markus Nöhl.

Mit den „Trierer Reden“ knüpft die Stadt Trier an den 200. Geburtstag von Karl Marx im Jahr 2018 an. Die vielfältigen Meinungen und Perspektiven, die im Rahmen des Jubiläums ausgetauscht wurden, machten die Stadt zu einem Ort des demokratischen Diskurses. Mit den „Trierer Reden“ wird dieser Austausch fortgeführt und nachhaltig im städtischen Kulturleben verankert. Für die „Trierer Rede“ 2022 konnten erstmals Bürgerinnen und Bürger Vorschläge für die Referentinnen und Referenten einbringen. Eine Fachjury, der neben Kulturdezernent Markus Nöhl auch die Vorjahresreferenten Frau Prof. Marina Münkler und Herr Prof. Lutz Raphael angehörten, wählte Ulrike Herrmann aus allen Einsendungen aus. Vorgeschlagen wurde sie von der Arbeitsgemeinschaft Frieden Trier.

Trierer Rede am 5. Mai 2022 um 18 Uhr, Promotionsaula im Priesterseminar