1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Verena Hubertz will für die SPD Trier/Trier-Saarburg in den Bundestag einziehen

Politik : Sie soll SPD-Bundestagskandidatin werden

Die gebürtige Konzerin Verena Hubertz ist von den beiden Parteivorständen Trier und Trier/Saarburg als Bundestagskandidatin nominiert worden.

Auf dem Schirm hatte sie für das Bundestagsmandat der SPD Trier und Trier-Saarburg im Vorfeld wohl kaum jemand. Die 32-jährige Verena Hubertz dürften viele als Unternehmerin kennen. Sie gründete die bekannte und preisgekrönte Koch-App Kitchen Stories.

„Ich habe beschlossen, Kitchen Stories für etwas zurückzulassen, für das ich ebenso brenne. Und das ist sozialdemokratische Politik für meine Heimat. Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen wie Klimawandel, Digitalisierung oder Chancen-Ungerechtigkeiten“, twitterte Hubertz kurz nach ihrer offiziellen Vorstellung nahe der Porta Nigra am Freitag Abend. Wichtig seien ihr Fragestellungen, wie wir in Zukunft arbeiten, wohnen und uns fortbewegen. Dabei möchte sie sozial gerechte und nachhaltige Lösungen entwickeln.

2021 steht nicht nur die Landtagswahl an. Im Herbst wird auch der Bundestag neu gewählt. Wer dafür aus der Region zur Wahl steht, haben viele Parteien noch nicht verkündet. Die SPD aus Trier und aus dem Kreis Trier-Saarburg hat dagegen ihr Verfahren zur Vorauswahl der Nominierten nun beendet. Vergangenen Freitag haben sich drei SPD-Bewerber in einer parteiinternen 90-minütigen Online-Konferenz den SPD-Mitgliedern vorgestellt – darunter Hubertz.

Bereits am 23. Juli verschickten die Parteivorsitzenden Dirk Bootz (SPD Trier-Saarburg) und Sven Teuber (SPD Trier) die Einladung zur Online-Video-Konferenz für den Abend des 14. August an ihre Partei-Mitglieder. Zuvor habe man die Ortsvereine aufgerufen, Kandidaten vorzuschlagen. Nach einem Auswahlverfahren seien aus acht Bewerbungen die drei Kandidierenden ausgewählt worden, die sich diesem „transparenten, mitgliederoffenen Verfahren“ stellen sollten. Teuber erklärt, über sogenannte Public Viewings habe man in mehreren Ortsvereinen auch ältere Mitglieder integrieren können, die keine E-Mail-Adresse haben – auch wenn das nur sehr wenige seien.

Wer sich angemeldet hatte, bekam die Zugangsdaten „sowie eine Mail mit drei kurzen Steckbriefen der jeweiligen Kandidierenden, die streng vertraulich zu behandeln sind, da sie persönliche Daten enthalten, die unter anderem auch dem Datenschutz unterliegen“. So schreiben die Politiker in der Einladung, in der sie an anderer Stelle auch an den „großen Zusammenhalt“ der Partei appellieren. Im Nachgang dieser Videokonferenz habe man sich sowohl im Kreis als auch in der Stadt-SPD in Sitzungen ausgetauscht, um über die Eindrücke zu sprechen. Die beiden jeweiligen Vorstände einigten sich dann am Freitag in einer gemeinsamen Sitzung um 16 Uhr auf die derzeit in Berlin lebende Hubertz.

Dabei seien sich Stadt-SPD und Kreis-SPD außergewöhnlich einig gewesen, betont Dirk Bootz. Im Herbst – nach den Landtagswahlkonferenzen – soll Hubertz einer Wahlkreiskonferenz offiziell vorgeschlagen werden. 1,5 Stunden nach der gemeinsamen Sitzung stellten Bootz und Teuber in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in der Trierer Fußgängerzone vor der Porta Nigra ihre Wahl vor.

Verena Hubertz ist 32 Jahre alt und seit über zehn Jahren für die SPD aktiv. Ihre Eltern wohnen in Konz, in Trier studierte sie an der Hochschule BWL, und mit 25 Jahren zog sie nach Berlin. Sie selbst hat keine Kinder, aber ein Patenkind in Sirzenich. Sie erzählt: „Bei der SPD Gartenfeld habe ich ganz normal mit Haustürwahlkampf angefangen.“ Die Unternehmerin war mit 25 Jahren Arbeitgeberin in ihrem selbst gegründeten Start-Up mit heute 50 Mitarbeitern. Dabei seien ihr faire Löhne wichtig. Sie habe selbst einmal bei den Lebenshilfe Werkstätten Trier ein Praktikum gemacht.

Ab Januar möchte Hubertz ganz in Trier sein, um Ministerpräsidentin Malu Dreyer & Co. bei der Landtagswahl zu unterstützen. Und um das Wahlprogramm aktiv mitzuentwickeln. Dafür hört sie Ende Dezember als Geschäftsführerin bei Kitchen Stories auf. Einen Nachfolger habe sie schon gefunden, den sie bald einarbeiten werde. Die 32-Jährige habe sich in Berlin im Ortsverein Alexanderplatz im Vorstand dafür eingesetzt, jüngere Menschen und Frauen zu erreichen. Dabei sei ihr zielgruppenentsprechende Ansprache besonders wichtig.

Vor allem mit ihrer Kompetenz in Digitalisierungsfragen habe Hubertz sie alle überzeugt, erzählt Sven Teuber. Auf einem Sommerfest habe sie dann die Landtagsabgeordneten Lothar Rommelfanger und Sven Teuber getroffen, dabei kam das Thema Bundestagskandidatur zur Sprache. Wer die beiden anderen Bewerber waren, sagen Teuber und Bootz nicht. Zum deren Schutz, damit sie sich zum Beispiel bei ihren Arbeitgebern nicht unnötig rechtfertigen müssen, erklärt Teuber.

 Gründerin Verena Hubertz soll für die SPD Trier und Trier-Saarburg Bundestagskandidatin werden.
Gründerin Verena Hubertz soll für die SPD Trier und Trier-Saarburg Bundestagskandidatin werden. Foto: TV/Katharina

Die SPD hat allein im Kreis derzeit 1200 Mitglieder – in der Stadt etwa 800. Die Bundestags-Kandidaten der SPD hatten es in der Vergangenheit im traditionell schwarzen Wahlkreis Trier/Trier-Saarburg nicht leicht. 2017 trat Katarina Barley an und verlor gegen CDU-Mann Andreas Steier. Sven Teuber sagt: „Seit 1949 haben nur Männer unseren Wahlkreis in Berlin vertreten. Mit Verena Hubertz wollen wir das ändern.“