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Auch auf dem Land muss die Notfallversorgung gewährleistet sein

Kommentar : Das kann nur ein Anfang sein!

Ein Senior in Üxheim stürzt in seinem Haus, kommt nicht mehr hoch und ruft den Rettungsdienst in Gerolstein. Der kommt, merkt, dass nichts Schlimmes passiert ist, hilft dem Mann wieder auf, beruhigt ihn und fährt wieder los.

Die Crew ist mal anderthalb Stunden unterwegs.

Ein Patient wird verlegt, erbricht sich während der Fahrt und weist zudem Erkältungssymptome auf. Corona? Die Fahrt von Gerolstein ins Krankenhaus nach Bitburg dauert 45 Minuten (nach Trier mehr als eine Stunde), die Übergabe des Patienten und Abwicklung der Fomalitäten 30 Minuten, die Rückfahrt weitere 45 Minuten und die Desinfektion des Fahrzeugs samt vorgeschriebener Einwirkzeit nochmals eine Stunde. Macht zusammen drei Stunden!

Die Beispiele, die den Alltag darstellen, zeigen: Hier ist der Rettungsdienst anderthalb Stunden, da drei Stunden unterwegs, um bei vermeintlich leichten Fällen zu helfen. Wenn es dann keinen Krankentransportwagen (KTW) samt Mannschaft gibt, die das übernehmen könnte, muss der große Rettungstransportwagen (RTW) samt der höher geschulten Crew raus – und steht dann, wenn es parallel einen wirklichen Notfall (Herzinfarkt, Schlaganfall, schwerer Verkehrsunfall, Reanimation...) gibt, nicht zur Verfügung.

Das macht deutlich: Die nun erfolgte Aufrüstung des Rettungsdienstes im Gerolsteiner Land mit einem KTW samt Besatzung 16 Stunden täglich ist bereits eine Entlastung. Die Lücke von sieben Stunden in der Nacht (von 24 bis 7 Uhr) muss aber ebenfalls geschlossen werden! Und zwar nicht erst nach Ende der Testphase in einem Jahr. Die Menschen in der Eifel haben das gleiche Recht auf eine umfassende medizinische Notfallversorgung wie die in Trier.

m.huebner@volksfreund.de