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Viele Wohnungen, aber weniger Menschen: Das kostet das Wohnen im Landkreis Vulkaneifel

Viele Wohnungen, aber weniger Menschen : Das kostet das Wohnen im Landkreis Vulkaneifel

Wie sieht es auf dem Wohnungsmarkt im Vulkaneifelkreis aus? Der Trierische Volksfreund hat sich die Zahlen des Statistischen Landesamtes einmal angesehen.

Die Wohnungsnot in Großstädten nimmt zu, bezahlbarer Wohnraum wird dort zum Luxusgut. Eigene Häuser sind für den Normalverdiener nahezu unerschwinglich geworden. Doch wie sieht es im Vulkaneifelkreis aus? Das Statistische Landesamt hat in einem Pilotprojekt Zahlen zum Wohnungsmarkt neu aufgearbeitet.

Dabei zeigt sich, dass es sich in der Vulkaneifel günstig wohnen lässt. Während man in Städten wie Trier oder Mainz 7,50 Euro für den Quadratmeter zahlen muss, liegen laut Statischem Landesamt die Mieten bei Neuverträgen im Jahr 2018 unter 5,50 Euro pro Quadratmeter in den Verbandsgemeinden Daun und Kelberg. Über die Verbandsgemeinden Gerolstein, Obere Kyll und Hillesheim liegen keine Daten vor. Ein Blick in den Eifelkreis Bitburg-Prüm lohnt sich.

Dort gibt es solch’ günstige Mieten nur in der VG Speicher. In Bitburg und in der VG Südeifel kostet der Quadratmeter zwischen 7 und 7,50 Euro. Das hängt vermutlich mit der Nähe von Luxemburg zusammen. Der Durchschnitt in Rheinland-Pfalz liegt bei 7,14 Euro, das Minimum bei 4 Euro, das Maximum bei 11 Euro. Bei den Kaufpreisen für Ein- bis Zwei-Familienhäuser sieht es ähnlich aus. In der VG Daun liegen die durchschnittlichen Preise für Ein- oder Zweifamilienhäuser zwischen 150 000 und 200 000 Euro, in der VG Kelberg gibt es Häuser schon unter 150 000 Euro. Im Vergleich zu Bitburg, wo man für eine Bleibe zwischen 250 000 und 300 000 Euro hinlegen muss, ist das recht günstig.

Zum Vergleich: In Trier kostet ein Eigenheim zwischen 300 000 und 350 000 Euro und in Mainz und Umgebung muss man mehr als 350 000 Euro ausgeben. Landesweit liegt der Schnitt bei 234 000 Euro. Das Minimum liegt in Rheinland-Pfalz bei 89 000 und 538 500 Euro.

Doch nicht nur die Preise sind entscheidend, wenn es um Wohnungssuche oder Hauskauf geht. Es müssen auch genügend vorhanden sein. Auch hierzu lassen sich beim Landesamt Zahlen finden.

Dort wird die Zahl der Wohneinheiten pro 1000 Einwohner angegeben. In der VG Daun gibt es 520 bis 540 Wohnungen pro 1000 Einwohner, in den Gebieten Obere Kyll, Gerolstein, Hillesheim und Kelberg sind es zwischen 540 und 560. Im Landesmittel sind es 515, also steht der Vulkaneifelkreis recht gut da. Gebaut wird laut Statistik  am meisten in der Verbandsgemeinde Kelberg mit vier bis fünf Fertigstellungen pro 1000 Einwohner. Im übrigen Gebiet des Kreises sind es dagegen unter zwei. Der Blick auf die Bevölkerungsentwicklung zeigt, dass die Einwohnerzahl im Vulkaneifelkreis zwischen 2011 und 2018 um mehr als ein Prozent gesunken ist. In der VG Kelberg sind es unter einem Prozent weniger.

Dramatischer sieht es bei der Prognose für die nächsten 20 Jahre aus. In der VG Kelberg wird eine Bevölkerungsabnahme zwischen drei und sechs Prozent erwartet, in der VG Daun zwischen sechs und neun Prozent und im Rest der Vulkaneifel sogar über neun Prozent. Diese Zahlen sind laut Pressesprecher des statistischen Landesamtes in Bad Ems, Jürgen Hammerl, unsicher. Deshalb würden die Prognosen, die sich auf eine Beobachtung der vergangenen Jahre mit Zuzug, Abwanderung und Geburtenrate stützt, häufig angepasst. Beispielsweise habe man nach dem Zuzug vieler Flüchtlinge in den Jahren 2015 und 2016 die Berechnungen aktualisiert.

Für das Statistische Landesamt ist die Herausgabe dieser Zahlen ein Pilotprojekt. Das soll in den nächsten Jahren noch verfeinert werden. Um die Zahlen zu generieren, arbeiten die Mathematiker mit vielen verschiedenen Stellen zusammen. Die Preise für Wohnungen und Häuser liefert beispielsweise die Firma Empirica Systeme.