Wirtschaft: Genug Argumente für den Einkauf vor Ort

Wirtschaft : Genug Argumente für den Einkauf vor Ort

Der Online-Handel macht den Innenstädten zu schaffen. Im Schulterschluss von IHK und Gewerbetreibenden will die Aktionswoche „Heimatshoppen“ vom 13. bis 21. September zeigen, dass im Einkauf beim stationären Handel vor Ort viel mehr Lebensqualität steckt – auch in Daun.

Das Gute liegt so nah… und manchmal liegt weniger Gutes allzu nah, nämlich auf dem häuslichen Sofa, von dem aus man im Internet bestellt, anstatt in der Stadt zu shoppen, in der man lebt. Die Folgen sind bekannt: Müllberge, CO2-Belastung durch vermehrte Transporte, schlechte Arbeitsbedingungen für Paketboten.

Aber auch vermehrte Leerstände von Ladenlokalen und in der Folge auch von Kneipen und Restaurants. In der Eifel gibt es bereits Beispiele, was aus einem Ort werden kann, wenn der Einzelhandel peu à peu weniger wird wie in Ulmen, Manderscheid oder Kyllburg. Mehr als genug Argumente also für die Einkauf im Laden vor Ort.

Bereits 2018 hatte auch der Gewerbe- und Verkehrsverein (GVV) Daun seine Mitglieder aufgerufen, an der Aktion „Heimatshoppen“ teilzunehmen. Initiiert wird sie bundesweit von den Industrie- und Handelskammern. „Sie soll das Bewusstsein stärken für die Region“, erläutert GVV-Vorsitzende Stefanie Mayer-Augarde. „Es soll klar werden, dass Einkaufen in der Region, in der ‚Heimat‘, diese stärkt und zu mehr Lebensqualität führt. Letztlich profitiert jeder, wenn es dem Handel gutgeht und wenn es den Handel gibt. Es sorgt für attraktive und belebte Innenstädte, in denen alle Generationen angesprochen werden sollen. Natürlich stehen wir in Daun sehr hinter diesem Thema und man musste uns seitens der IHK Trier nur einmal auffordern mitzumachen.“

Grundsätzlich findet das „Heimatshoppen“ immer im September statt. Zur selben Zeit ist Daun Schauplatz des VulkanBike-Marathons. „So haben wir überlegt, wie wir beide Events verbinden können“, schildert Mayer-Augarde die Struktur der Heimatshoppen-Erstauflage im vergangenen Jahr. Die Marathon-Teilnehmer bekamen mit ihren Startunterlagen für das jeweilige Wochenende gültige Gutscheine, Rabatte oder kleine Geschenke der teilnehmenden Geschäfte, auch gab es am Freitag bis 20 Uhr verlängerte Öffnungszeiten. Doch der Erfolg zumindest bei den angereisten Sportlern blieb aus: „Sie kamen erst sehr spät am Nachmittag in Daun an, gingen zu ihren Unterkünften und holten die Startunterlagen für den kommenden Tag ab. Dann ist es grundsätzlich schon zu spät zum Shoppen. Viele haben auch die Gutscheine in den Unterlagen nicht gesehen. Da am nächsten Tag die Rennen stattfanden, gingen auch hier nur noch sehr wenige von ihnen zum Einkaufen in die Stadt.“

Für Stefanie Mayer-Augarde ein Versuch, aus dem gelernt wurde: „Dieses Jahr wird alles anders. Heimatshoppen wird ausgedehnt und auf einen anderen Termin gelegt. Wir haben diesmal eine Woche Zeit, die Botschaft zu kommunizieren, und hier ist jeder gefragt. Alle Betriebe werden gut gebrieft und haben Ideen, ihren Kunden für das bewusste Heimatshoppen auf ganz besondere Weise Danke zu sagen.“

Ein Grund für die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr ist auch, dass mit dem VulkanBike-Marathon diesmal deutsche Meisterschaften verbunden sind. „Das bedeutet enorm viel Werbung nach außen durch Presse und Fernsehen und somit sehr viele Menschen in der Stadt“, hofft die GVV-Vorsitzende auf ein quicklebendiges Daun. „Ein wenig problematisch für die Geschäfte in der Innenstadt sind allerdings stets die Straßensperrungen. Daher ‚heimatshoppen‘ wir eine Woche später.“ Der GVV geht davon aus, dass rund dreißig Geschäfte teilnehmen. Mit Gutscheinen, die nun deutlich sichtbarer platziert werden und sogar bis Ende September gültig sind, sollen Sportler aus der Großregion zum gemütlichen Shoppen auch nach dem Bike-Wochenende verlockt werden.

„Wir hoffen natürlich auf eine erfolgreiche Aktion“, so Mayer-Augarde. „Es geht nicht nur um volle Kassen der Einzelhändler, sondern ganz präzise auch um die Kommunikation nach außen, die nachhaltig ist und letztlich den Weg für einen gut funktionierenden Einzelhandel in Daun ebnen und immer wieder hinterfragen soll. Wir können uns ja nie auf den Lorbeeren ausruhen.“

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