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Im Landcafe in Kerpen gab es mit Philip Bölter wieder Livemusik

Rückkehr für die Musiker : Geht doch: Es gibt wieder Livemusik im „Kleinen Landcafé“ in Kerpen

Nach etlichen Monaten Corona-Pause endlich wieder ein Konzert. Für das Publikum, den Musiker und die Inhaber des Cafés ein fast surreales Erlebnis.

Zum letzten Stück des Samstagabends zaubert das heranziehende Gewitter eine gewaltige Lichtkulisse - als Philip Bölter die Gitarre weglegt, klatscht nicht nur das Publikum, sondern auch der Regen auf die Terrasse des „Kleinen Landcafés“. „Es war ein toller Konzertabend und wir sind glücklich darüber, dass er stattfinden konnte“, sagen die Inhaber Claudia Kirfel-Meyer und Michael Meyer. Zwar kommen lediglich 25 Besucher zum ersten Livekonzert seit mehr als sieben Monaten, doch das habe seine Gründe, sagt Michael Meyer. „Ich glaube, die Leute sind noch sehr verunsichert, welche Corona-Auflagen aktuell zu befolgen sind.“ Außerdem liefe ja auch noch die Fußball-Europameisterschaft - ausgerechnet am Samstagabend tritt die deutsche Nationalmannschaft gegen Portugal an.

Das ist denjenigen, die auf der Terrasse des „Kleinen Landcafés“ sitzen, herzlich egal: „Das ist unser erstes Konzert seit dem Lockdown im Herbst“, sagen Gerrit und Patricia Teermath. Dafür hat das Ehepaar einen langen Weg aus Grevenbroich auf sich genommen. „Wir kennen zwar den Künstler nicht, aber das wird sich ja im Laufe des Abends ja ändern“, sagt Gerrit Teermath. „Gitarre und Gesang, das kommt immer gut, wir freuen uns darauf.“ Auch der Musiker Philip Bölter empfindet es als eine Wohltat, endlich wieder auftreten zu dürfen. „Ich hatte seit dem vergangenen Jahr praktisch Arbeitsverbot. Dies hier ist immerhin mein viertes Konzert in diesem Jahr“, sagt der Sänger und Gitarrist. im Laufe des Sommers stünden noch einige Termine an, erzählt Bölter. Vor der Pandemie habe er jährlich rund 100 Konzerte absolviert, nach der pandemiebedingten Pause müsse auch er sich wieder die nötige Routine erarbeiten.

„Es ist wie ein Neuanfang“, sagt der Musiker, der mit seinen Gitarren und einer gewaltigen Sammlung an Blues-Harps aus Asselfingen am Rande der Schwäbischen Alp angereist ist. Verlernt hat der 30-jährige Preisträger des „Deutschen Rock- und Pop-Preises“ allerdings rein gar nichts, wie er in seinem knapp zweistündigen Programm beweist. Corona habe ihn zwar mächtig ausgebremst, sagt Bölter, doch er habe die konzertfreie Zeit genutzt, sich musikalisch weiterzuentwickeln.  „Ich habe das Beste aus dem Lockdown gemacht, neue Lieder komponiert und unter anderem meine Songs in die deutsche Sprache übersetzt. Außerdem haben meine Band und ich ein komplettes Album aufgenommen“, erzählt Bölter. Im September will das „Kleine Landcafé“ weitere Konzerte anbieten. „Auch wenn wir noch nicht wissen, wie die Corona-Lage sich im Herbst gestaltet“, sagt Michael Meyer.