Das Geld - der härteste Gegner - Drohende Zahlungsunfähigkeit der TBB Trier: So sehen die Szenarien zu Rettung, Insolvenz oder zum Lizenzentzug aus

Das Geld - der härteste Gegner - Drohende Zahlungsunfähigkeit der TBB Trier: So sehen die Szenarien zu Rettung, Insolvenz oder zum Lizenzentzug aus

Schafft es die TBB Trier, die drohende Pleite abzuwenden? Am Donnerstag will der Club die Öffentlichkeit über seine existenzbedrohenden finanziellen Probleme informieren. Die Liga zeigt sich überrascht von den aktuellen Entwicklungen in Trier. Der Lizenzausschuss muss am Freitag entscheiden, wie es mit der TBB in der Basketball-Bundesliga weitergeht.

Es ist der schwierigste Spielzug in dieser Saison für den Basketball-Bundesligisten TBB Trier, doch er ist nicht sportlicher Natur. Der Verein steckt in ernsthaften finanziellen Problemen, die Liquiditätslücke dürfte sich auf mindestens 800 000 Euro belaufen (der TV berichtete). Legt man die 2,3 Millionen Euro zugrunde, auf die TBB-Geschäftsführer Sebastian Merten den Saisonetat im TV-Interview (Oktober 2014) beziffert hat, fehlt offenbar etwa ein Drittel des veranschlagten Budgets. Der TV skizziert die aktuelle Lage:

Das sagt die Liga: "Anfang der Saison hat die TBB Trier uns Unterlagen vorgelegt, anhand derer wir sagen konnten: Ja, das reicht uns, um die TBB in der Saison 2014/2015 mitwirken zu lassen", sagt Dirk Kaiser, Pressesprecher der Basketball-Bundesliga (BBL). Diese Nachweise übergab der Trierer Basketball-Bundesligist, nachdem die BBL eine Lizenzerteilung an Bedingungen geknüpft hatte. Die Aktionärsversammlung beschloss daraufhin eine Kapitalerhöhung von 200 000 Euro, die Treveri Basketball AG präsentierte neue Geldgeber.

Kaiser: "Wir haben uns auch im Laufe der Saison die Unterlagen des Vereins angesehen - nicht wöchentlich, aber in regelmäßigen Abständen. Dass sich die Situation so stark verändern würde, war für uns daraus nicht ersichtlich. Es gab in dieser Deutlichkeit keine Indizien dafür." Die Situation - das sind erhebliche finanzielle Schwierigkeiten, die offenbar sogar die Fortführung der Saison gefährden.

Das sagt der Verein: "Die Stimmung ist angespannt", sagte TBB-Vorstand Sascha Beitzel dem TV gestern. Er sei in Gesprächen "mit Gott und der Welt"; der ganze Verein arbeite mit Hochdruck an Lösungen - egal, ob es ehrenamtliche oder angestellte Mitarbeiter seien. "Wir können nichts versprechen", gesteht Beitzel, sagt im selben Atemzug aber auch: "Ich bin Berufsoptimist." Zur genauen Summe und den Gründen, warum sich angeblich so plötzlich eine existenzbedrohende finanzielle Lücke aufgetan hat, wollte er sich nicht äußern. Zunächst wollte die Treveri Basketball AG ihre Aktionäre im Rahmen der ordentlichen Jahreshauptversammlung gestern Abend informieren. Für heute Abend hat die TBB zu einer Pressekonferenz eingeladen.

Das sagen die Fans: Hoffen, bangen und bisweilen auch schimpfen - so lässt sich die Stimmung bei vielen TBB-Anhängern beschreiben. Einer von ihnen, Thomas Reget (Beuren), selbst auch Inhaber von TBB-Aktien, spricht von einem "Schock" und von "großer Enttäuschung" - "damit hätte ich im Leben nicht gerechnet". Er warnt aber zugleich davor, voreilig den Stab über einzelne Verantwortliche zu brechen, "solange man noch nichts Genaues weiß". Er sähe es - natürlich - gerne, wenn Unternehmen jetzt in die Bresche sprängen, um den Bundesliga-Standort Trier zu retten.
Auf Reaktion statt Resignation setzt auch der Fanclub Fastbreak. Auf seiner Facebook-Seite heißt es: "Wir wollen nicht tatenlos zusehen, wie unser Basketball-Verein dem Abgrund entgegenrollt. (...) Kommt in die Arena zu den Heimspielen! Werdet Mitglied des Vereins! Liebe Geschäftsleute in Trier und Luxemburg: Werdet Partner der TBB. (...) Auf geht's, Trier! Zeigt, was ihr könnt!"

So geht es jetzt weiter: Die TBB-Verantwortlichen haben bis heute, 18 Uhr, Zeit, der Liga einen Finanzplan zu präsentieren und eine Prognose darüber abzugeben, wie die finanzielle Lücke überbrückt werden soll. Morgen, Freitag, tagt ab 11.30 Uhr der vierköpfige Lizenzausschuss der Liga. Er muss beurteilen, wie belastbar der vorgelegte Finanzplan ist und Maßnahmen daraus ableiten.

Ein Blick in die Ligahistorie zeigt mögliche Konsequenzen: Der Ex-Bundesligist s.Oliver Baskets Würzburg wurde Ende 2013 mit einer Geldstrafe von 40.000 Euro und einem Abzug von zwei Punkten bestraft, weil der Club gravierende Veränderungen der wirtschaftlichen Verhältnisse nicht rechtzeitig mitgeteilt hatte.

Die schärfste Waffe der Liga wäre ein Lizenzentzug: Die bisherigen Ergebnisse mit Trierer Beteiligung würden gelöscht, die Tabelle mit 17 Mannschaften neu berechnet. Die TBB Trier wäre dann der erste sportliche Absteiger.

Beantragen die Trierer Bundesliga-Basketballer hingegen Insolvenz, werden ihnen laut BBL-Statuten vier Punkte abgezogen - unabhängig davon, ob die Saison zu Ende gespielt wird oder nicht. Nach derzeitigem Stand läge der Tabellen-16. dann auf einem Abstiegsplatz.