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Ricky macht's möglich

Ricky macht's möglich

Knapp, aber verdient: Mit 78:75 (41:40) hat die TBB Trier am Samstagabend gegen medi Bayreuth gewonnen. Bester Schütze war wieder einmal Ricky Harris, dessen Arbeitsvertrag am Samstag endete. Henrik Rödl äußerte sich nach dem Spiel zu Harris\' Zukunft.

Trier. Mehr Spannung geht nicht. Es ist 22.18 Uhr am Samstagabend. In der Arena Trier laufen die letzten 20 Sekunden des Bundesligaspiels zwischen der TBB Trier und medi Bayreuth. Trier führt knapp mit sechs Punkten. Es steht 78:72. Der Sieg wäre so wichtig für das Team von Henrik Rödl. Keiner der 3600 Zuschauer sitzt. Die Stimmung in der Arena war schon lange nicht mehr so emotional. Die Fans honorieren die starke Leistung ihrer Jungs. Jetzt nur irgendwie diese Führung über die Zeit retten. Bayreuth hat den Ball. Der Ex-Trie rer Trevon Hughes bringt ihn nach vorne. Ein, zwei schnelle Pässe, dann hält er ihn wieder in den Händen. Hughes steht an der Dreierlinie, zieht ab und trifft. 78:75. Ruhe.Noch 15 Sekunden. Trier hat den Ball, jetzt einfach nur die Uhr runterspielen. Doch das orange Leder geht verloren. Bayreuth zieht das Tempo an. Wieder ist es Hughes, der den Ball bringt. Wieder steht er an der Dreierlinie. Wieder zieht er ab, doch daneben. Durchatmen. TBB-Coach Henrik Rödl läuft an der Seitenlinie auf und ab. Immer noch ist es nicht vorbei. Trier gewinnt aber am Ende mit 78:75 (41:40) gegen medi Bayreuth - und das vollkommen verdient. Der Trierer Trainer zeigt sich nach dem Schlusspfiff erleichtert: "Der Sieg war unglaublich wichtig für uns. Das ist ein guter Anfang für die kommenden Wochen." Eben diese kommenden Wochen mit Spielen gegen Bonn, Ulm und München machten einen Sieg gegen Bayreuth fast schon zur Pflicht - nach zuletzt vier Niederlagen in Folge standen die Moselstädter gehörig unter Druck. Doch diese Situation schien das Team eher anzustacheln, als zu hemmen. Von Beginn an dominierte die TBB, bei der Laurynas Samenas kurzfristig verletzt ausfiel (im Training umgeknickt), das Spiel. Durch eine aggressive Verteidigung zwangen die Grün-Weißen den Tabellenachten aus Franken bereits in der ersten Halbzeit zu insgesamt neun Ballverlusten. Zudem schafften es die Trie rer, mehr Ordnung unter den Körben zu schaffen. Während die Reboundschwäche in den vergangenen Wochen noch das größte Manko war, zeigte sich die TBB am Samstag auch in diesem Punkt verbessert. "Zwar haben wir das Reboundduell nicht gewonnen", gestand Henrik Rödl nach dem Spiel, "allerdings waren deutliche Fortschritte zu erkennen."Da den Trierern auch offensiv viele Aktionen gelangen, die in den letzten Spielen nicht funktionierten, führten die Rödl-Jungs zur Halbzeit mit 41:40. Nach der Pause drehte Bayreuth allerdings auf. Angeführt von Trevon Hughes, der insgesamt 14 Punkte erzielte, drehte der Gast das Spiel und zog zwischenzeitlich auf sieben Punkte davon (45:52).Aber es passte ins Bild, dass sich Trier nicht abschütteln ließ. Bis zum Ende des dritten Viertels kämpfte sich die TBB wieder auf zwei Punkte heran (54:56). Wesentlichen Anteil daran hatte Triers US-Amerikaner Ricky Harris, der insgesamt 19 Punkte erzielte - und das an seinem offiziell letzten Arbeitstag in Trier, da sein zeitlich begrenzter Kontrakt am Samstag offiziell endete. "Wir werden uns in den kommenden Tagen zusammensetzen und über Rickys Zukunft sprechen", berichtete Rödl. "Komplett ausschließen kann ich momentan nichts."Fest steht allerdings, dass Harris auch im letzten Viertel wesentlichen Anteil daran hatte, dass Trier das Spiel am Ende gewinnen konnte - die Fans feierten den 27-Jährigen nach Abpfiff lautstark. Wie verdient der dritte Trierer Saisonsieg am Ende war, zeigt auch die Aussage des Bayreuther Trainers Michael Koch: "Trier hat absolut verdient gewonnen, der Sieg hätte deutlich höher ausfallen müssen."TBB: Chikoko (14), Anderson (12), Mönninghoff (8), Schmidt (2), Vrabac (2), Bucknor (11), Harris (19), Lukovic (5), Canty (5). Beste Schützen Bayreuth: Hughes (14), Bowman (13), McCrea (15). Zuschauer: 3564 Viertelstände: 22:19/41:40/54:56/78:75.