Ein gefährliches Schlusslicht - Miezen heute zu Gast in Herrenberg

TRIER · Trierer Handball-Miezen sind beim Gastspiel in Herrenberg der Favorit, aber nicht komplett.

 Angela Petrovska (vorne) und Hannah Sattler feiern den Sieg gegen Mainz – heute wollen die Miezen in Herrenberg nachlegen. TV-Foto: Hans Krämer

Angela Petrovska (vorne) und Hannah Sattler feiern den Sieg gegen Mainz – heute wollen die Miezen in Herrenberg nachlegen. TV-Foto: Hans Krämer

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TRIER Fünf Siege, ein Remis, zwei Niederlagen - das ist die herausragende Auswärtsbilanz der Handball-Miezen aus Trier vor dem heutigen Gastspiel in Herrenberg (Anwurf 19.30 Uhr). Elf seiner 20 Punkte hat der aktuelle Tabellendritte der 2. Frauen-Handball-Bundesliga also in der Fremde errungen. "Ich weiß auch nicht, warum wir uns zu Hause manchmal schwerer tun als auswärts", sagte MJC-Vorstand Jürgen Brech nach dem hart umkämpften 26:23 vergangenen Sonntag gegen Mainz, vom den auch Trainerin Cristina Cabeza meinte: "Nur das Ergebnis hat gestimmt." Mit einem Spiel weniger im Vergleich zur Konkurrenz (die Partie beim Tabellenvierten Rosengarten wird am 18. März nachgeholt) hat die MJC weiterhin nur einen Punkt Rückstand auf die zweitplatzierten Rödertalbienen - und diese Position berechtigt zum Aufstieg in die Bundesliga. Je länger die Miezen in Schlagdistanz zum Aufstiegsplatz liegen, desto intensiver muss man sich Gedanken machen für den Fall, dass es klappen sollte.

"Uns fehlen in der aktuellen Situation definitiv die finanziellen Mittel, um in der Bundesliga anzutreten", sagt Brech.
Heute sind die Miezen - nicht nur wegen ihrer Auswärtsstärke - Favorit beim Tabellenletzten, dessen Absturz eher überraschend kommt. In der vergangenen Spielzeit lag Herrenberg lange Zeit auf Aufstiegskurs, belegte am Ende den dritten Platz - und hat in der laufenden Saison noch keinen Tritt fassen können.
Das Team von Trainer Hagen Gunzenhauser gewann bislang nur ein Heimspiel (gegen Bremen), dazu gab es Auswärtserfolge in Nürtingen und Ketsch sowie drei Remis. So richtig deutlich kamen die Schwaben nirgendwo unter die Räder, hielten auch beim 27:31 im Hinspiel in Trier lange mit. "Herrenberg ist besser, als es die Tabelle aussagt. Ein gefährlicher Gegner, der sicherlich nun zur Aufholjagd starten will", sagte Trainerin Cabeza.

Nach der Saison tritt Gunzenhauser als Trainer ab, wird sportlicher Leiter der "KuTies", die dann von Owu Nwagbara trainiert werden. Vorher liegt das Hauptaugenmerk auf dem Klassenerhalt - nur vier Punkte liegt Herrenberg hinter dem rettenden Ufer.
Bei den Miezen hat sich die Personallage nicht entspannt: Shenia Knorroz spielt nicht mehr für Trier (siehe Info), Ramona Constantinescu fehlt weiterhin. Erste Schritte ins Mannschaftstraining hat Torfrau Melanie Eckelt nach ihrer Bänderverletzung im Fuß gemacht - doch auch die Hessin kann in Herrenberg noch nicht auflaufen und wird durch Margaretha Müller aus der zweiten Mannschaft vertreten.

DJK/MJC Trier (Kader): Kockler, Eckelt (?), Gubernator - Petrovska, Greinert, Sattler, Zrnec, Houben, Czanik, Müller, Weibelova, Simon-Varga, WelterKNORROZ SPIELT NICHT MEHR FüR DIE MIEZEN

Extra

(BP) Beim vergangenen Heimspiel gegen Mainz fehlte Shenia Knorroz schon auf dem Spielbericht der Miezen - und nun bestätigte der Verein, dass die Ukrainerin auch nicht mehr für die MJC auflaufen wird, aus "persönlichen Gründen", wie Vorstand Jürgen Brech dem Volksfreund sagte. "Sie bat uns, den Vertrag mit sofortiger Wirkung aufzulösen. Ihre Anfrage hat uns überrascht, aber wir sind ihr schweren Herzens nachgekommen", sagt Brech. Was diese "persönlichen Gründe" sind, dazu will sich niemand äußern. Nach TV-Informationen gab es aber wohl einen Streit zwischen Knorroz und Trainerin Cristina Cabeza über die zuletzt immer geringeren Spielzeiten der Linkshänderin. Knorroz war 2015 vom Drittligisten TSG Ober-Eschbach nach Trier gekommen.