Einer von zweien steigt ab

Sie hatten in Göppingen einen weiteren Überraschungspunkt in der Hand, vergaben ihn aber in der Schlussphase. Durch das 16:23 (9:10) bleiben die Trierer Miezen Vorletzter - und im Abstiegskampf gibt es nur noch einen Konkurrenten: den TuS Metzingen.

Göppingen/Trier. Tussies oder Miezen - wenn kein Wunder geschieht, wird es einen von ihnen erwischen. Nachdem die HSG Bad Wildungen, abgeschlagenes Schlusslicht der Frauen-Handball-Bundesliga, schon seine Zweitliga-Planungen bekanntgegeben hat, wird der zweite Absteiger zwischen dem TuS Metzingen (Drittletzter in seiner ersten Bundesliga-Saison) und den Trierer Miezen (Vorletzter in ihrem 13. Jahr im Oberhaus in Folge) ermittelt. Das steht nach den Ergebnissen des vergangenen Wochenendes fest. Dabei haben die Tussies scheinbar die besseren Karten: ein Punkt Vorsprung und noch ein Nachholspiel gegen Blomberg (siehe Restprogramm). Am Freitagabend vergaben die Schwaben allerdings einen Matchball zur Vorentscheidung: Im Kellerduell bei den Vulkanladies Koblenz/Weibern verspielten sie in den Schlussminuten eine 20:16-Führung, verloren durch einen Strafwurftreffer nach der Schlusssirene noch mit 28:29 - die Vulkanladies hatten nach dem 30:28 vor zwei Wochen gegen die Miezen das zweite Abstiegs-Endspiel gewonnen und haben mit fünf Punkten Vorsprung auf Trier den Klassenerhalt wohl in der Tasche. Die Miezen konnten diese Steilvorlage aus Koblenz am Samstag aber nicht nutzen. In einem teilweise sehr ruppigen Spiel bei Frisch Auf Göppingen, in dem Kreisläuferin Silvia Solic nach einem Rempler in den Rücken schon vor der Pause schwer verletzt ausgefallen war und vom Feld getragen werden musste, verloren sie am Ende zu deutlich mit 16:23 (9:10). Solic wurde mit einer Brustwirbelverletzung ins Krankenhaus gebracht, das Ausmaß wird heute nach einer weiteren Untersuchung feststehen. Bis zur 50. Minute und dem 15:16 hatte die MJC auch ohne Solic sehr gut mitgehalten, konnte dann aber Göppingens Beste, die elffache Torschützin Beate Scheffknecht, nicht stoppen, die quasi im Alleingang für die Entscheidung sorgte. Als die Partie beim 19:15 entschieden war, fehlten den Miezen Kraft und Alternativen. Auch sieben Treffer von Carolin Schmele (123 Tore insgesamt und Zweite der Gesamttorschützenliste) sowie die überragenden Leistungen der Torfrauen Anna Bocka und Verena Flöck reichten nicht zum Erfolg. Auch, dass Göppingens Annika Leppert nach einem weiteren brutalen Foul gegen Lena Zelmel Rot sah, war kein Vorteil für Trier. "Wir haben von außen zu viele Chancen verworfen, waren aber 50 Minuten die besseren Mannschaft. Leider gab es nach der Pause auch noch einige Schiedsrichter-Entscheidungen gegen uns", war MJC-Trainer Jörn Ilper enttäuscht. Nun beginnen die Rechenspiele. Im von Ilper erhofften Idealfall genügt der MJC am 27. März ein Sieg über Bad Wildungen zum Klassenerhalt - dann müsste Metzingen allerdings alle vier noch ausstehenden Partien (darunter drei Heimspiele) verlieren. Beide Konkurrenten treffen noch auf Blomberg und Leverkusen, für Metzingen steht zudem noch ein Heimspiel gegen Nachbar Göppingen auf dem Programm. "Wenn Metzingen überhaupt noch punktet, dann gegen Blomberg", hat sich Ilper festgelegt, und was seine Mannschaft betrifft: "Wenn man ein Heimspiel gegen den Tabellenletzten nicht gewinnt, hat man auch in der ersten Liga nichts verloren."DJK/MJC Trier: Bocka, Flöck - Zelmel (0), Czanik (1), Schmele (7/1), Vallet (2), Adeberg (3), Derbach (1/1), Solic (0), Jelicic (2/2), Cabeza (0) Beste Torschützin Göppingen: Scheffknecht (11) Extra

Das Restprogramm von Trier und Metzingen: TuS Metzingen (10. Platz/8:28 Punkte, -67 Tore): 9. März: Blomberg (H), 16. März: Frankfurt/Oder (H), 27. März: Göppingen (A), 30. März: Leverkusen (H) DJK/MJC Trier (11. Platz/7:31 Punkte, -138 Tore): 13. März: Leverkusen (H), 27. März: Bad Wildungen (H), 30. März: Blomberg (A) - Abkürzungen: (H = Heimspiel, A = Auswärtsspiel) BP