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Alle Augen auf das Derby in Koblenz

Alle Augen auf das Derby in Koblenz

Die Situation ist schon emotional genug: Es geht gegen die Ex-Trainerin und zahlreiche Ex-Spielerinnen. Aber das Derby gegen die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern am Samstag ist für die Trierer Miezen zudem "das Abstiegsendspiel" schlechthin.

Trier. Ist das Glas bei den Trierer Miezen nun halbvoll oder halbleer? Rein rechnerisch hatte die MJC nach dem ersten Rückrundenspiel schon genauso viele Punkte auf dem Konto wie in der gesamten Vorsaison - und als der niemals erwartete Bonuspunkt beim Remis beim Tabellenführer Leipzig dazu kam, hatte man die Vorjahresmarke mit sechs Zählern bereits überschritten. Dennoch: Trier ist Vorletzter, liegt zwei Punkte hinter den Hauptkonkurrenten Koblenz/Weibern und Metzingen zurück.
"Ja, wir haben einige Punkte verschenkt, könnten schon drei Zähler mehr haben", spricht Vorstand Jürgen Brech vor allem die Heimspiele gegen Weibern und Göppingen, aber auch die Niederlage bei Schlusslicht Bad Wildungen, an. "Aber wir lassen uns nicht von unserem Weg abbringen, auch wenn die deutliche Heimniederlage gegen Oldenburg ein klarer Rückschritt war."
Nun sind alle Augen auf das Derby in Koblenz - das Spiel der Spiele - gerichtet. "Das müssen wir gewinnen", gibt Brech unumwunden zu. Fanbusse werden gechartert, Trier rechnet mit 200 Zuschauern, die die Mannschaft am Samstag (Anwurf: 19.30 Uhr, Conlog-Arena/Halle Oberwerth) ans Deutsche Eck begleiten (siehe Extra).
Trainer Jörn Ilper sieht Weibern als Favoriten an: "Sie haben sich erheblich verstärkt, haben eine volle Halle und können mit einem Erfolg gegen uns den Klassenerhalt praktisch klar machen." Brech indes hat eine andere Hoffnung: "Für unsere Region wäre es super, wenn wir beide erstklassig bleiben, diese Derbies sind nicht nur Einnahmegaranten für beide Vereine, sondern auch hochinteressant und hoch-emotional." In diesem Fall müssten Trier und Weibern Metzingen hinter sich lassen.
Bei den Vulkan-Ladies steht nicht nur Ildiko Barna (Ex-Trainerin der Miezen) unter Vertrag, sondern in Svenja Huber und Eva Lennartz auch zwei ehemalige MJC-Spielerinnen. Dazu kommen in Marina Kils (früher Wittlich) sowie Nadja Zimmermann und Lisa Schenk (beide früher Daun) weitere Spielerinnen aus der Region.
Zuversicht ist zurückgekehrt



Nach den guten Ergebnissen und 4:2 Punkten "zwischen den Jahren" ist die Zuversicht in Trier zurückgekehrt, auch wenn es danach drei erwartete Klatschen gegen Erfurt, Buxtehude und Oldenburg gab. "Die Zuschauerzahlen sind gestiegen, das Umfeld steht hinter uns - und alle hoffen, dass die 13. Erstliga-Saison in Folge nicht die letzte ist", sagt Brech. Doch nachdem die Miezen in den vergangenen drei Jahren den Klassenerhalt jeweils erst am letzten Spieltag perfekt machen konnten, sieht der Vorstand den Verlauf dieser Saison ähnlich: "Leider läuft es wieder auf diese Dramaturgie hinaus. Ich hatte gehofft, dass wir es einmal frühzeitiger schaffen könnten. So können wir natürlich nicht für die kommende Spielzeit planen und sind wieder einmal spät dran. So etwas geht an die Substanz - nicht nur bei den Spielerinnen, sondern im gesamten Verein."
Gerade die Nachwuchskräfte wie Nathalie Adeberg und Lena Zelmel haben in den vergangenen Wochen einen Schritt nach vorne gemacht, "für ihre Entwicklung wäre die weitere Erstklassigkeit enorm wichtig", meint Brech. BPExtra

Die Trierer Miezen setzen mehrere Fanbusse nach Koblenz ein. Wer mitfahren will, kann sich über die Internetseite www.trierer-miezen.de für diese Fanfahrt anmelden. Abfahrt ist am Samstag um 17 Uhr an der Arena. BP