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Meisterschaftspremiere mit Ausblick und Kartoffeln

Meisterschaftspremiere mit Ausblick und Kartoffeln

Yvonne Jungblut und Martin Müller heißen die ersten Rheinlandmeister im Berglauf. Die 37-Jährige vom Lauftreff Schweich und der 24-Jährige vom Post-SV Trier siegten bei der Premiere der Titelkämpfe auf der 8,4 Kilometer langen Strecke zwischen Ensch an der Mosel und dem Hummelsberg bei Bekond.

Für Martin Müller war es bei sommerlichen Bedingungen am Nachmittag des Tags der Deutschen Einheit zwar ein Start-Ziel-Sieg, schwer war der Lauf aber auch für den ersten Berglaufmeister des Leichtathletik-Verbands Rheinland (LVR). Er habe bis kurz vor dem Ziel gefürchtet, dass sein Vereinskamerad Stefan Andoc als Marathon-Spezialist noch einmal aufholen könnte, sagte der Läufer vom Post-SV Trier (PST). Deshalb habe er am Ende noch einmal alles in einen Endspurt investiert. Müller siegte in 31:37 Minuten.

29 Sekunden Vorsprung auf Andoc waren am Ende aber komfortabel. Dritter wurde in 33:11 Minuten Philipp Klaeren (ebenfalls PST). Der 26-Jährige hat die meiste Berglauf-Erfahrung der drei Erstplatzierten. "Zwischendurch konnte man auch mal 3:15 Minuten pro Kilometer laufen", erzählte er. Nach einem ersten Anstieg durch die Weinberge von Ensch ging es nämlich sogar teilweise bergab. Richtig steil wurde es im Bekonder Neubaugebiet. Allerdings auch nicht durchgehend, sondern mit kurzen, fast ebenen Passagen dazwischen. Einen Bergauflaufrhythmus zu finden war schwierig.

Trotzdem schaffte es beispielsweise Yvonne Jungblut in 37:08 Minuten unter die ersten Zehn des Gesamteinlaufs. Die 37-Jährige vom Lauftreff Schweich hatte allerdings durchgehend Nora Schmitz im Nacken. Die deutsche U23-Vizemeisterin vom Post-SV Trier ließ sich nur um 20 Sekunden abschütteln. Dritte wurde in 41:38 Minuten Monika Vieh (ebenfalls PST).

Insgesamt kamen bei der Meisterschaftspremiere 56 Läufer ins Ziel. Der Älteste war Oswald Schmidt von der LG Lahn-Aar-Esterau. Der 80-Jährige überwand die 345 Höhenmeter in 1:04:23 Stunden. Den Ausblick vom Hummelsberg ins Salmtal und die Wittlicher Senke zu genießen, dazu kamen die Läufer während des Wettkampfs nicht. Die Steigung erforderte volle Konzentration. Erst beim anschließenden Bergablaufen hatten die meisten die Möglichkeit, den Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Bemerkenswert: Außer den sonst nur üblichen Urkunden und Meisterwimpel gab es bei der Siegerehrung für die Besten auch einen Preis: typisch für Bekond, einen Sack Kartoffeln.