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Basketball
Ein packendes 299-Punkte-Festival

 Artistische Szenen hatte besonders der Dunking-Wettbewerb zu bieten. Hier locht der Ludwigsburger Profi Aaron Best spektakulär ein.
Artistische Szenen hatte besonders der Dunking-Wettbewerb zu bieten. Hier locht der Ludwigsburger Profi Aaron Best spektakulär ein. FOTO: Simon Engelbert
Trier. Zwar fehlten einige Bundesligastars beim Allstarday in der Arena Trier, trotzdem gab es viel Spaß, reichlich Show – und einen überraschenden Sieger.

  Dunks und Dreier hatte der Abend am laufenden Band zu bieten: Die 4600 Zuschauer in der Arena Trier wurden beim Allstargame verwöhnt. Es gab reichlich Kabinettstückchen zu bewundern – und am Ende sollte Andreas Seiferth recht behalten. „Diesmal gewinnen wir mit dem Team national, denn wir haben John Bryant“, hatte der aktuell bei medi Bayreuth unter Vertrag stehende, frühere Bundesligaprofi der TBB Trier angekündigt.

2,11-Meter-Riese Bryant, der seit Dezember neben dem US- auch den deutschen Pass besitzt, musste am Samstagabend selbst noch nicht einmal zur Höchstform auflaufen, damit die nationale Auswahl erst zum zweiten Mal überhaupt gegen die ausländischen Stars der Basketball-Bundesliga (BBL) gewinnt.  Sage und schreibe 142:142 hatte es nach 40 Minuten eines Spiels mit nahezu völlig aufgelösten Abwehrreihen gestanden. Zur Hälfte war die internationale Auswahl noch mit 88:67 im Vorteil gewesen.

Am Ende entschied der Dreier-Shootout, bei dem vier Spieler und die Trainer Mladen Drijencic (Oldenburg) und Pedro Calles (Vechta) das Sakko ablegten und sich ebenfalls versuchten. Während die Coaches nicht trafen, steuerte der für Ulm an den Start gehende und auch noch zum wertvollsten Akteur gewählte Nationalspieler Ismet Akpinar den entscheidenden Dreier zum 3:2 bei.

„Sieg ist Sieg – und bei allem Spaßfaktor ist es doch etwas Besonderes, gegen die besten ausländischen Spieler der Bundesliga gewonnen zu haben“, betonte Ex-TBBler Seiferth, während er auch kurz nach der Partie viele Freunde und Bekannte von früher traf und aus dem Händeschütteln gar nicht mehr herauskam. „Es war  eine Werbung für unseren Sport. Der Showcharakter stand im Vordergrund und gerade deshalb gab es tolle Szenen zu sehen“, zog BBL-Geschäftsführer Stefan Holz ein positives Fazit des Allstardays. Verschmerzen konnte er es angesichts des packenden 299-Punkte-Festivals auch, dass die Spieler von Alba Berlin und des FC Bayern München wegen der Belastung im internationalen Wettbewerb beziehungsweise aufgrund des engen Terminkalenders fehlten.

Verletzungsbedingt musste der nach dem Zweitligaspiel am Tag zuvor in Ehingen – die Gladiators bezogen eine 81:89-Niederlage – mehr denn je an Achillessehnenproblemen leidende Jermaine Bucknor passen und konnte so nicht am Dreier-Contest teilnehmen. Dennoch gab es auch hier einen Lokalmatadoren: Jonas Borschel, der Coach der Trierer Talente in der Jugend-Basketball-Bundesliga, hatte sich im Vorausscheid durchgesetzt und schlug sich im Wettbewerb, den der Ulmer Per Günther gewann, achtbar. Eine Wette mit Gladiators-Pressesprecher Vincenzo Sarnelli für einen guten Zweck hatte Borschel („Es hat großen Spaß gemacht, sich mit den Bundesligastars gemessen haben zu können.“) motiviert, teilzunehmen.

Ein Ex-Trierer Bundesligaspieler saß mit James Marsh in der Jury des Dunking-Contests, welchen Austin Hollins von Rasta Vechta  für sich entschied.  Für Marsh war der zweite Allstarday in der Moselmetropole nach 2011 „ein weiterer Höhepunkt in der so langen Basketball-Tradition hier“. Der für die siegreiche nationale Auswahl verantwortliche Oldenburger Coach Mladen Drijencic stufte die Arena „schöner als so manche Bundesligahalle“ ein, zudem lobte er die Stimmung und die reibungslose Organisation. Trier zurück in der Beletage des deutschen Basketballs könne er sich demnach gut vorstellen, sagte der Oldenburger Trainer.

Sportlich, wie auch wirtschaftlich ist der Weg für die  Gladiators dorthin aber noch beschwerlich. Doch sicher sind die beim Allstarday als Zuschauer anwesenden Trierer Akteure  am Samstagabend noch ein bisschen zusätzlich für die nächsten Aufgaben inspiriert worden – Spiele vor großer Kulisse bieten schließlich gerade in der Arena ein besonderes Flair.

 John Bryant (rechts, hier im Duell mit Rasid Mahalbasic) wechselte die Seiten – und prompt gewann die nationale Auswahl das Allstargame.
John Bryant (rechts, hier im Duell mit Rasid Mahalbasic) wechselte die Seiten – und prompt gewann die nationale Auswahl das Allstargame. FOTO: Simon Engelbert