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Spielerisch mit Demenz umgehen

Spielerisch mit Demenz umgehen

Riesen-Erfolg für ein "Meine-Hilfe-zählt"-Projekt: Die Initiative Herbst im Kopf des Trierer Demenzzentrums in Zusammenarbeit mit der Matthias-Grundschule hat den Brücken-Preis des Landes Rheinland-Pfalz gewonnen. Aber für die Fortsetzung werden dringend Spenden gebraucht.

Trier. Ein stolzer Tag für die Grundschule aus Trier-Süd und die engagierten Macher vom Demenzzentrum: Ministerpräsident Kurt Beck persönlich überreichte Ende letzter Woche den Preis für bürgerschaftliches Engagement von Jung und Alt.
Die Idee von Herbst im Kopf liegt eigentlich ganz nahe. Regelmäßig treffen sich zehn an Demenz erkrankte Menschen mit der Klasse 3a der Matthias-Schule im Schammatdorf-Zentrum. Die Eltern backen Kuchen, ehrenamtliche Helfer kümmern sich um den Ablauf. Man spielt gemeinsam, musiziert, bewegt sich zusammen oder schwätzt einfach gemütlich.
Die Aktion ist freilich nicht spontan. Projektleiterin Nicole Simmerl hat in der Schule vorher in vier Unterrichtseinheiten kindgerecht die Themen Demenz und Alzheimer angesprochen. Die Kids wissen also, worum es geht. Aber auch ihre Eltern werden über die Krankheit informiert, dafür kommt Simmerls Kollegin Jeanette Kohl vom Demenzzentrum in die Schule.
Oft entdecken die Beteiligten ungeahnte Parallelen. Viele ältere Menschen, so erzählt Demenz-Expertin Uschi Wihr in ihrem Blog bei www.volksfreund.de/meinehilfe , würden "immer kindähnlicher", deshalb gebe es "sehr viele Gemeinsamkeiten" und die Senioren fühlten sich "zu den unbefangen auftretenden Kindern hingezogen". Die Kinder wiederum lernen den sozialen Umgang mit Kranken, verlieren die Angst vor der Krankheit und sind so besser gerüstet, wenn sie über kurz oder lang im familiären Alltag mit den Problemen von Demenz konfrontiert werden - vielleicht bei Oma und Opa.
Natürlich hat die Angelegenheit nicht nur einen pädagogischen Sinn, sie macht auch einfach Spaß. Das kann man einem Bericht über das letzte Treffen Ende November entnehmen. Dort heißt es: "Nach dem freudigen Singen der Begrüßungslieder wurden große Teigmengen von den Kindern und den an Demenz erkrankten Seniorinnen und Senioren ausgerollt, mit Plätzchenförmchen ausgestochen oder unterschiedlich geformt und dann schnell aufs Blech und in den Ofen geschoben. Der Raum wurde erfüllt von einem wundervollen vorweihnachtlichen Duft - im Hintergrund die passende Musik ,In der Weihnachtsbäckerei\' und in der Küche tatkräftig die fleißigen Helferinnen und Helfer".
Bei aller Anerkennung: Leicht hat es das Projekt nicht. Denn es gibt weder in der Schule noch beim Demenzzentrum ein Budget für die Kosten der Aktion. Es geht nicht um viel, aber die Beförderung der Kranken ins Schammatdorf muss organisiert werden, die Räumlichkeiten und das Material für die thematisch gestalteten Nachmittage kosten Geld, für Kaffee, Kuchen, Tee und Säfte muss das Material eingekauft werden. Und die ehrenamtlichen Helfer sollen wenigstens einen kleinen Ausgleich für ihre Fahrtkosten erhalten.
Im Jahr summiert sich das auf einen Bedarf von 2500 Euro. Das wäre für 2013 durchaus finanzierbar, wenn die TV-Leser mithelfen. Das Projekt Herbst im Kopf hat die Nummer 11348, rund 1000 Euro sind bereits zusammengekommen.
volksfreund.de/meinehilfe
Extra

Per Banküberweisung an "Meine Hilfe zählt". Konto 220012 bei der Sparkasse Trier (BLZ 58550130) oder Konto 191919 bei der Volksbank Trier (BLZ 58560103). Im Verwendungszweck bitte stets die vier- oder fünfstellige Projektnummer angeben, damit die Spende dem gewünschten Zweck zufließen kann. Spenden ohne Projektangabe fließen in einen gemeinsamen Topf, der später verteilt wird. Falls Veröffentlichung des Spendernamens im TV gewünscht, bitte ein "X" auf dem Überweisungsformular eintragen. Bis zu einer Summe von 200 Euro wird der Einzahlungsbeleg als Spendenquittung anerkannt. Online: Unter volksfreund.de/meinehilfe das gewünschte Projekt auswählen, Spendenbutton anklicken, abgefragte Daten eingeben. Jede Spende wird zu 100 Prozent weitergeleitet, der TV trägt die kompletten Transferkosten. DiL