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Unfall bei Nohfelden im Saarland - Frau auf Fahrrad stirbt - Fahrerflucht

Nächtlicher Großeinsatz : Tödlicher Unfall in Nohfelden: Radfahrerin kommt ums Leben – Autofahrer lässt Opfer zurück

Dramatische Szenen in der Nacht auf Montag: Bei einem Unglück ist auf einer Landstraße eine 60-Jährige gestorben. Sie war zuvor von einem Autofahrer erfasst worden. Der haute anschließend ab. Die Polizei stellte ihn – und fand den wahrscheinlichen Grund für den Unfall heraus.

Bei einem schweren Unfall ist am späten Sonntagabend, 17. Juli, eine Radfahrerin ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich gegen 22.20 Uhr auf der Landstraße 325 zwischen den beiden Nohfelder Ortsteilen Eckelhausen und Sötern. Dabei erfasste sie ein Autofahrer mit seinem Wagen. Doch statt sich um das Opfer zu kümmern, machte er sich auf und davon.

Nach bisherigem Ermittlungsstand kam es in einer Rechtskurve zu dem Zusammenstoß. Wie ein Sprecher der Waderner Polizei berichtet, soll der Mann mit seinem Audi-RS3-Sportback auf die Gegenfahrbahn geraten sein, wo ihm die 60-Jährige auf ihrem Elektrorad entgegenkam.

Dort erwischte er die Nohfelderin frontal, wobei sie ins angrenzende Feld geschleudert wurde. Nach Zeugenausgaben soll der Mann hinterm Steuer noch ausgestiegen sein, um eventuelle Schäden an seinem Sportwagen zu inspizieren. Zwei Mitfahrer seien ebenfalls ausgestiegen und dann zu Fuß getürmt. Der mutmaßlicher Unfallverursacher setzte sich wieder ins Fahrzeug und fuhr davon.

Der Beobachter alarmierte umgehend die Polizei. Die war mit einem Großaufgebot unterwegs. Ermittler aus Wadern, Saarlouis, St. Wendel, Völklingen und Hermeskeil waren eingeschaltet. Ihnen gelang es, den Audi-Fahrer ausfindig zu machen. Dazu sollen noch weitere Zeugen beigetragen haben. Die Fahnder entdeckten den 58-Jährigen nahe seines Wohnortes bei Bosen.

Dabei stellte sich heraus: Der Fahrer war betrunken. Ein erster Atemtest soll einen Alkoholgehalt von weit mehr als ein Promille festgestellt haben. Genauere Angaben wollte der Polizeisprecher mit Blick auf die noch ausstehende Blutuntersuchung mit genaueren Werten nicht machen.

Allerdings werde es noch einige Tage dauern, bis das Ergebnis vorliege, sagt ein Polizeisprecher am Montagvormittag. Mediziner an der Rechtsmedizin der Uniklinik in Homburg übernehmen demnach die Auswertung.

Unterdessen machten die Beamten Montagmittag einen Beifahrer ausfindig. Informationen zu Herkunft und Geschlecht gab die Polizei nicht preis und verweist auf taktische Gründe. nach einem zweiten im Bunde werde noch gefahndet.

Noch in der Nacht überbrachten Polizisten den Verwandten die Botschaft vom Tod der Frau. Die Unfallstelle war bis 2.45 Uhr gesperrt. Feuerwehr und Gutachter waren vor Ort. Weiterhin setzt die Polizei auf Aussagen, um die Flüchtigen zu finden. Wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und Unfallflucht wird gegen den Fahrer ermittelt.

Kontakt zur Polizei in Wadern: Tel. (0 68 71) 9 00 10.