Karnevalsverein Blau-Weiß Ehrang feiert erste Kostümsitzung

Fastnacht : Karneval in Ehrang: In Farben getrennt, im Geiste geeint

Mit Anekdoten der ersten Liebschaften, Gassenhauern und einem Orden der Verbundenheit feiert Ehrang die erste Sitzung des KV Blau-Weiß 09.

Bei der ersten Kostümsitzung des Theater- und Karnevalsvereins Blau-Weiß 09 Eh­rang trieb sich „alles rum, was Rang und Schulden hat“, stellt Gertrud Haas als Handpuppe in der Bütt fest. 222 Mal spielte Lothar Pelzer den Tusch in den ersten vier Stunden der Sitzung für derben, aber auch subtilen Humor, Tanzeinlagen oder Julia, das Schlossgespenst.

Bei Dennis und Rudi Labarbe alias Pitt und Pittchen beispielsweise geht’s mitunter derb zu. So berichtet Pitt dem Pittchen von seinen ersten sexuellen Erfahrungen, bei denen es tierisch zur Sache ging. Ein Blick in die Gesichter zeigt, wie manch einer die Augen zukneift und mit zugebissenen Zähnen zischend Luft einzieht, sich dabei aber nicht das Lachen verkneifen möchte. Es muss ja nicht immer nur harmlos sein.

Zumindest auf der Bühne. Im Saal schon, trotz zweier konkurrierender Karnevalsvereine. Blau-Weiß und Rot-Weiß sitzen bei der blau-weißen Sitzung nebeneinander und feiern friedlich. Als Zeichen der Freundschaft der zwei Vereine forcierten Prinz Heinz I. von der Kyll und Prinzessin Ana I. vom Tejo sogar die symbolische Verbundenheit. Mit einem extra konzipierten Orden statteten sie alle Teilnehmer aus. Zu sehen sind die Wappen der Vereine in Blau und Rot auf Herzchenuntergrund. Passend zum Motto: „Rot und Blau, mir machen Foasenicht an Ehrik, Helau!

Damit fördert das Prinzenpaar nur, was sowieso schon gang und gäbe ist. Auf Boots Randolphs Gassenhauer „Yakety Sax“ liefern sechs ehemalige Gardemädels aus beiden Vereinen eine Show, bei der sie sich auf sehr sympathische Weise zum Affen machen. Dabei liefen sie gegeneinander, kullerten auf dem Boden und mimten die Blödelbardinnen.

Da ist der Vorwurf von Julia, dem zynisch-grumpeligen Schlossgespenst, zum Lachen, wenn sie der Präsidentin Gertrud Haas vorhält, dass sie kein ordentliches Programm hätten und sie, die lieber schlafen wolle, deswegen herhalten müsse.

Ein Glück, dass nicht auf jedem Narren herumgehackt wird wie auf der Präsidentin – auf ihre Kosten gehen einige Witze des Abends –, denn jeder achte Ehranger ist Mitglied im Karnevalsverein. Von mangelndem Engagement kann hier keine Rede sein. Was auf Deutschlands Straßen mitunter zu einem kollektiven Besäufnis verkommt, ist in Ehrang noch Kulturmittelpunkt.

Mitwirkende:
Solo-Mariechen: Marie Sophie Otto
Kindergarde: Gruppenleitung und Choreographie: Lisa Kirchen, Betreuer: Gaby Lörscher, Gaby Trossowski, Sylvia Zamberger, Anna Wasnieswski
Fahnenschwenker: Betreuer und Choreographie: Petra Valerius, Tamara Flesch
Nachwuchsgarde: Betreuer und Choreographie: Svenja Braun, Melissa Schlöder
Jugendgarde: Betreuer und Choreographie: Maike Braun, Anna Thonet
Solomariechen: Betreuerin: Ilse Berg; Choreographie: Tamara Flesch
Haus- & Hofkapelle (Musiker) Die Zwei: Wolfgang Audesirk, Pelzer Lothar
Große Garde (Marsch und Showtanz): Betreuer: Maria Mayer; Choreographie: Sandra Kordel
Tanzgruppe „Forever Young“: Betreuer und Choreographie: Annika Herrmann, Petra Valerius
Büttenreder: Fabian Erang, Gertrud Haas, Matthias Haas, Marie Hank, Jürgen Haubrich, Dennis Labarbe, Rudi Labarbe, Gaby Lörscher, Julia Löw, Kurt Thonet, Alexa Zimmer
Holzschuh-Tanz „Frau Antje“: Betreuer und Choreographie: Anna Thonet, Carina Schumacher, Maske: Linda Thul
Ehriker Kaapeskääp: Leitung: Wolfgang Reiland