| 17:40 Uhr

Eifeleinsichten
Positions- Wechsel

FOTO: TV / Klaus Kimmling
So ... wo sind wir denn hier? Alles so eng. Ich muss mich erst noch orientieren, das mit dem neuen Kolumnenplatz ist mir noch nicht so ganz geheuer. Irgendwie ... war früher mehr Luft nebenan. Und mehr Licht. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Egal, dann eben beengt. Irgendwas ist ja immer.

Eine Frage, Leser, sofern ihr mir bis hierhin gefolgt seid – also hierhin auf die Innenseite, wo wir jetzt nicht nur die Eifelfahne hochhalten müssen, sondern auch noch, ist doch wahr, den Klartext vom Larsi ersetzen sollen (Lars? Was machst du eigentlich, während wir uns hier einen Wolf dichten? Hm? Ist nicht da, der Herr Eifelchef? In „einem Meeting“, ah. Wo? Was? Eiscafé? Komm du mir nach Hause, Frollein!). Also, eine Frage, bitte: Welcher Eifelkolumnist schrieb vor Jahren, dass das Sitzen in Verruf gekommen sei? Sozusagen „vernannt“ ist, wie wir das hier, äh, nennen? Tja. Und was steht diese Woche in allen Gazetten? Das: „Wir sitzen uns krank.“ Haben die Bewegungsfundamentalisten herausgefunden. Ja, Sitzen ist das neue Kiffen, mindestens, das holen sie uns jetzt endgültig auch noch weg. Dabei hilft, gerade in diesen kochenden Hochsommerwochen, nichts besser gegen Schwitzen als Sitzen. Und gegen Umkippen, wegklappen, zusammenkrachen und kollabieren.

Aber nein, das ist ungesund, wir sollen gefälligst mehr – ja was? Stehen? Gehen? Rennen?!? Und wer schreibt dann die Eifel-Einsichten? Wenn ihr mich fragt: Die haben doch alle einen sitzen.

Aber immerhin: Wir haben uns bewegt. Und sind von ganz hinten nach mittig vorne gezogen. Mir genügt das schon als Aktivität. Dafür aber wächst der Druck: Jetzt, wo wir nicht mehr am angestammten Platz stehen, erwarten natürlich alle, dass sich der Kolumnenheini so richtig ins Zeug legt, Müh’ gibt und einen Granatentext rausknallt, aber sowas von.

Nö. Vielleicht nächste Woche, mal gucken. Ich geh jetzt erst mal, genau: sitzen. Beim Kiffen.

Et jit net jerannt.