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Kommentar zu Anstieg der Kirchenaustritte nach Missbrauchsgutachten

Meinung : Zu Kirchenaustritten in der Eifel: Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt

Aus der Kirche austreten ist mit einigem Aufwand verbunden. Da muss es schon einen triftigen Grund geben – das war das Münchner Missbrauchsgutachten für viele.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Vor allem, wenn eine Änderung der Gewohnheiten mit großem Aufwand verbunden ist. Und das ist der Kirchenaustritt durchaus: Termin beim Standesamt machen, sich vielleicht für den Termin extra frei nehmen, aufs Amt fahren und dort dann auch noch 30 Euro Gebühr bezahlen. Ganz zu schweigen von dem Aufwand, den manche betreiben müssen, um den Kirchenaustritt der Familie zu erklären.

Langer Rede kurzer Sinn: Es muss ganz schön was passieren, damit Menschen, die oft seit dem frühen Kindesalter in der Kirche sind, austreten. In den letzten Jahren haben sich die Skandale vor allem um sexuellen Missbrauch in der Kirche gehäuft. Das im Januar veröffentlichte Münchner Missbrauchsgutachten ist nur ein weiterer Punkt einer langen Liste. Und es ist derjenige, der bei vielen Kirchenmitgliedern  nun endgültig das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Wohl hat es auch einige „Gewohnheitstiere“ wachgerüttelt, endgültig Schluss zu machen mit der Kirche und doch den Gang zum Amt auf sich zu nehmen. Wie die Zahlen wären, wenn der Kirchenaustritt mit weniger Aufwand verbunden wäre, vielleicht sogar im Internet funktionieren würde? Man kann es sich nur ausmalen.

v.koeniger@volksfreund.de