Leserbrief : Einige Fragen noch offen

Corona-Pandemie

Zum TV-Artikel vom 12. Februar „Acht Corona-Tote seit Anfang Februar in Dauner Klinik” schreibt Robert Oster aus Daun:

Der Artikel über die Situation im Dauner Krankenhaus gibt Anlass zur Besorgnis, weil man anscheinend erst gehandelt hat, als das Kind in den Brunnen gefallen war.

Spätestens ab Oktober 2020, als die Antigen-Tests zur Verfügung standen, konnte man erwarten, dass das Krankenhaus für seine  Mitarbeiter regelmäßig Tests durchführt. Der Artikel im TV lässt einige Fragen offen, wie: Sind diese Tests durchgeführt worden?, Wenn ja, seit wann?, Welche Rolle spielte das Gesundheitsamt in Sachen Beratung/Prävention?, Was wird in Zukunft besser gemacht, um solche Situationen zu vermeiden?

Ich denke, Antworten zu diesen Fragen wären als vertrauensbildende Maßnahme äußerst hilfreich. Diese Fragen schmälern nicht die hervorragende Arbeit der Ärzte, des Pflegepersonals und auch der Reinigungs- und Hauswirtschaftskräfte im Krankenhaus Daun.

 Immer wieder wird in den Medien und Talkshows über mangelnde Tests besonders in Alten- und Pflegeeinrichtungen berichtet und der Eindruck erweckt, dass „die” Politik es nicht schafft, Krankenhäuser und Alten-, Pflegeeinrichtungen zu schützen. Es ist zu einfach, der Politik alles in die Schuhe zu schieben oder auf die Politik draufzuhauen.

Wenn man sich detaillierter mit der Sachlage befasst, kommt man zum Ergebnis, dass spätestens seit Oktober 2020 Bund und Länder Voraussetzungen zum wirksamen Schutz von Krankenhäusern und Alten- und Pflegeeinrichtungen geschaffen haben, wie zum Beispiel  Handlungsempfehlungen, Testverordnungen. Antigen Tests wurden/werden zur Verfügung gestellt, Personalkostenzuschüsse gewährt, kostenlose Unterstützung durch DRK, Malteser, Bundeswehr und so weiter. Warum wurden und werden die Tests nicht flächendeckend durchgeführt? Heimleiter und Verantwortliche in Krankenhäusern stehen meiner Meinung nach zu wenig in kritischer Beobachtung - von den Medien und auch von der Politik. Dieser Personenkreis hat einen entscheidenden Einfluss zur weiteren Entwicklung der Pandemie.

 Auch diese Kritik richtet sich ausdrücklich nicht an die Pflegekräfte und Ärzte in Krankenhäuser und Alten- und Pflegeheime, die eine hervorragende Arbeit seit Beginn der Pandemie leisten!