Leserbrief : Fassonschnitt

Gehölzarbeiten

Zum Artikel „Der Sägen Werk“ (TV vom 17. März) schreibt Martina Jonas aus Kelberg:

Endlich, die Matte ist runter, der Nacken ausrasiert, die Brauen gestutzt, Nase und Ohren getrimmt. Damit wäre es doch auch gut gewesen. Aber Mann! Muss dies auch auf die Straßenrandpflege übertragen. Oder kennen Sie eine Gemeindearbeiterin oder eine Straßenwärterin? Jetzt noch schnell bis zum 1. März alles bis auf mehrere Meter ab Fahrbahnrand und ganz besonders an Autobahnauf- und -abfahrten beseitigen, was nur irgendwie stören könnte.

Ganz vereinzelt bleiben Bäume isoliert und freigestellt stehen, ragen wie Pinsel in die Luft, kein Ast am Stamm, nur eine schmale, bedauernswerte Krone. Aber unser Wald leidet und geht zugrunde und alles ist der Klimawandel schuld. Alle sind betroffen und einige jammern um ihre Fichtenwaldparzelle, die vom Borkenkäfer dahingerafft wird. Aber die vielen Bäume, die auf öffentlichem Eigentum entfernt werden, spielen dabei scheinbar keine Rolle.

Wann geht den Straßenmeistereien, den Orts- und Verbandsgemeinden ein Licht auf und es wird der übertriebene Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern im Frühjahr und bis in den Spätherbst das Mähen der Bankette, Verkehrsinseln, Rast- und Parkplätze eingestellt? Selbst Feld- und Waldwege werden jährlich drangsaliert. Wer aufmerksam durch die Landschaft wandert, wird feststellen, dass immer mehr Hecken und Sträucher übermäßig stark zurückgeschnitten werden und teilweise auch ganz verschwinden.

Achten Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang einfach mal darauf! Das große Glück von Vögeln und Insekten sind private landwirtschaftliche Grundstücke, wo sich der Besitzer nicht am Heckenwuchs entlang von Wiesen oder Feldern stört. Jeder einzelne sollte sich fragen, ob der übermäßige Einsatz mit großem Gerät in dieser Form notwendig ist. Und wenn Sie sich die Frage mit Nein beantworten, dann teilen Sie Ihr Unverständnis ganz einfach der Gemeindeverwaltung und dem zuständigen LBM (früher hieß es Straßenmeisterei) mit.

Diese Einsätze sind über Kreis- und Landesgrenzen hinaus stark verbreitet und keine regionalen Einzel­fälle. Übrigens: Mädels, bewerbt euch um diesen Job beim LBM oder bei den Gemeinden! Der Job ist krisensicher und die Steuerung der Maschinen beherrscht ihr auch, handhabt sie vielleicht rücksichtsvoller und habt die Natur besser im Blick.