Leserbrief : Viele gefährdete Bevölkerungsgruppen vergessen

Aufhebung der Corona-Imfprioriserung

Zu den Artikeln Impfungen für alle ab Juni –  falls ausreichend Impfstoff da ist“ (TV, 19. Mai) und „Halbe Million Impfwillige wartet auf Termin“ (TV, 20. Mai) sowie zur geplanten Aufhebung der Impfpriorisierung ab dem 7. Juni:

Die Aufhebung der Impfpriorisierung ab dem 7. Juni ist eine Farce. Im Angesicht von derzeit mehr als 500 000 ungeimpften Menschen in Rheinland-Pfalz, die zu den Priorisierungsgruppen 1 bis 3 gehören, ist diese Entscheidung unverantwortlich.

 Neben den bisher teils fragwürdigen Einteilungen der Priorisierungsgruppen wurden viele gefährdete Bevölkerungsgruppen wohl schlicht vergessen oder sind nicht im Fokus von Politik und deren Interessen.

Es verwundert dabei doch sehr, dass große Personengruppen die teils über Jahrzehnte ehrenamtlich in Hilfs- und Rettungsorganisationen (Feuerwehren, THW, DLRG ...) tätig sind, bisher bei den Impfungen kaum oder gar nicht berücksichtigt wurden. Sie werden  oft gerufen, wenn es „brennt“ oder sonstige Katastrophen zu bewältigen sind. Dabei setzen sie sich nicht unerheblich den vielfältigen Gefahren zum Wohlergehen ihrer Mitmenschen aus.

Auf die Idee, genau diese Helfer gegen die zusätzliche Gefahr eines Teils tödlichen Virus zu schützen, ist bisher aber noch keiner gekommen. Ihnen wurde vor Wochen zwar die Möglichkeit einer Impfanmeldung in der Priorisierungsgruppe 3 gegeben, doch seitdem hört man nichts mehr seitens der verantwortlichen Stellen. Es bleibt nun zu befürchten, dass durch den  Wegfall der Priorisierung neben den noch nicht geimpften Risikopatienten auch die vielen Mitglieder der genannten Hilfsorganisationen vermutlich noch länger  auf einen Schutz gegen das Virus warten müssen.

Wundern darf es uns darum zukünftig nicht, wenn aus den vorgenannten Gründen viele dieser Menschen ihr ehrenamtliches Engagement neu überdenken.

Seitens der politisch Verantwortlichen wird außer unverbindlichen und inhaltsarmen Äußerungen auch zukünftig diesbezüglich kaum Unterstützung zu erwarten sein.