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Finanzen: Traumrendite für den Staat

Finanzen : Traumrendite für den Staat

Zum Artikel „Deutscher Fiskus spart 368 Milliarden ein“ (TV vom 9. Januar) schreibt Ludwig Marx:

Wenn man im TV liest, dass der deutsche Fiskus in den letzten Jahren 368 Milliarden Euro an Zinszahlungen für seine Kredite eingespart hat, dann ist das für die Bürger dieses Landes eine erfreuliche Nachricht. In irgendeiner Form profitieren wir alle davon, dass der Staat für seine hohen Schulden weniger Geld aufwenden muss. Wenn dieses eingesparte Geld dann auch noch in sinnvoller Weise eingesetzt wird, freut man sich als Steuerzahler ganz besonders.

Der Staat spart nicht nur Geld, er nimmt auch viele Milliarden Steuergelder ein. Ende des Jahres 2018 erhielt ich vom hiesigen Finanzamt einen geänderten Steuerbescheid aus dem Jahr 2012, in dem Einnahmen, die in Baden-Württemberg erzielt wurden, nachträglich versteuert werden sollten. Die Mitteilung über diese Einnahmen erhielt das Finanzamt in Baden-Württemberg  Anfang 2014, leitete sie aber erst kurz vor der Verjährungsfrist im Dezember 2018 an das für mich zuständige Finanzamt weiter. Für mich ist klar, dass ich diese Einnahmen versteuern muss. Warum ich aber für den Zeitraum, in dem meine Unterlagen im Finanzamt in Baden-Württemberg schlummerten, Strafzinsen auf die Steuernachzahlung von sechs Prozent pro Jahr zahlen soll, erschließt sich mir nicht. Bei den Banken liegt der Zinssatz für Einlagen zum Teil bei 0,01 Prozent, der Staat hingegen berechnet sechs Prozent.

Von solchen Renditen kann jeder Sparer nur träumen.

Ludwig Marx, Morbach