Benimm Dich

In gegenseitigem Einvernehmen ist sowohl eine Begrüßung als auch eine Verabschiedung ohne Handschlag nicht weniger höflich als eine mit Händedruck. Sobald jedoch nur eine Person nicht dieser Ansicht ist, sollte eine ausgestreckte Hand als Angebot zum Handschlag (fast) immer angenommen werden, selbst wenn die Regeln für einen korrekten Handschlag missachtet wurden.

Das ist nicht nur dann der Fall, wenn hierarchische Grundregeln und Höflichkeitsrangfolgen missachtet werden, sondern auch, wenn der Handschlag nur im Vorbeigehen ohne Blickkontakt, sitzend oder auf andere Art unhöflich ist. Allemal höflich ist es, auf den Handschlag zu verzichten, wenn: Sie Menschen im Hausflur, auf dem Gang treffen oder bei Begegnungen, wo Handreichen einfach unüblich ist; Sie erkältet sind oder wenn Sie mit dem Handschlag jemanden mit einer anderen Krankheit anstecken könnten; Sie sich verspätet haben und alle anderen bereits sitzen; Sie in einer großen Runde von mehr als acht Personen zusammenkommen; Sie sich zu einer Smalltalk-Runde dazugesellen; Sie die Personen in dem, was sie tun, unterbrechen müssten; Sie sich einmal darüber verständigt haben. Achten Sie auf Signale und Gesten, die Ihnen sagen könnten, dass das Handreichen gerade unerwünscht ist. Legt beispielsweise Ihr Gegenüber den Stift nicht aus der Hand, macht keine Anstalten aufzustehen, wendet sich Ihnen nicht körperlich zu oder unterbricht sein Tun nicht, sollte das als Signal für Sie ausreichend sein, auf den Handschlag zu verzichten. Nutzen Sie den Handschlag, wenn Sie einer Situation oder Begegnung mehr Bedeutung verleihen wollen. Das können geschäftliche Erstkontakte sein, aber auch seltene Besuche. Und einem Vertragsabschluss können Sie mit einem Handschlag noch mehr Bedeutung verleihen - auch im Privatleben. Aus Salka Schwarz: "Renaissance der Höflichkeit. Fragen zur Etikette im 21. Jahrhundert". Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne