Fall Lolita Brieger: Polizisten finden Leiche auf alter Eifeler Mülldeponie

Fall Lolita Brieger: Polizisten finden Leiche auf alter Eifeler Mülldeponie

Polizei und Staatsanwaltschaft sind der Lösung im Fall Lolita Brieger deutlich nähergekommen: Am Mittwoch wurde in Frauenkron (Kreis Euskirchen) eine Leiche entdeckt. Niemand bezweifelt, dass es sich um die sterblichen Überreste der vor 29 Jahren verschwundenen Frau handelt.

Frauenkron/Trier. Es ist eine zugleich erschreckende und erleichternde Nachricht: "Wir haben mit der buchstäblich vorletzten Schaufel sehr wahrscheinlich die Überreste des Leichnams gefunden", sagt Einsatzleiter Wolfgang Schu am Mittwoch zum TV. Elf Tage lang hatte die Polizei seit dem 6. Oktober auf der ehemaligen Mülldeponie des Eifeldorfs Frauenkron nach Lolita Brieger gesucht, elf Tage lang immer wieder im Aushub gestochert, Müll und anderen Unrat durchwühlt - ohne Erfolg. Die Hoffnung, doch noch den entscheidenden Fund zu machen, schwand mit jedem Tag. Gestern sollten die Arbeiten abgeschlossen und die Suche aufgegeben werden, nachdem bis dahin keine Spur der vermissten Frau gefunden worden war. Aber um 10.20 Uhr legte der Bagger mit seiner Schaufel ein Bündel frei, in dem sich höchstwahrscheinlich die Überreste der im November 1982 verschwundenen Frau befinden: Die grau-grüne Plastikfolie, in die der Leichnam eingeschlagen war, befand sich auf der letzten noch nicht untersuchten Teilfläche der früheren und inzwischen renaturierten Deponie. Gewissheit über die Identität der Leiche soll nun das gerichtsmedizinische Gutachten erbringen. "Wenn ich ehrlich bin, war die Hoffnung sehr gering", gesteht der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer nach elf Tagen der Ungewissheit. "Aber man muss eben bis zuletzt durchhalten." Brauer dankte Schu und den täglich bis zu 20 Einsatzkräften, die die Suche "aufopferungsvoll vorangetrieben" hätten. Der Fund vom Mittwoch sei für die Ermittlungen gegen den inhaftierten früheren Freund der jungen Frau von großer Bedeutung. "Vielleicht sogar noch wichtiger" aber sei das Ergebnis für die Angehörigen von Lolita Brieger, die nun Gewissheit über das Schicksal der Vermissten hätten.

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