Ärger über Dreck im Waisenhauspark in Bitburg

Anwohner in Bitburg beklagen : Ärger über Dreck im Waisenhauspark

Wenn es wärmer wird, ziehen die Bitburger Grünflächen wieder mehr Menschen an. Nicht alle wissen sich allerdings zu benehmen, sehr zum Verdruss der Anwohner.

Michael Röttgen ist sauer. „Es geht einfach nicht, dass ich mit meinen Kindern auf den Spielplatz gehe, die im Sand spielen und dann auf einmal Scherben in der Hand haben.“ Sein Thema: der Waisenhauspark. Diesen habe er  mehrfach mit kaputten Flaschen und Dreck verschmutzt vorgefunden. Grund genug, sich bei unserer Zeitung zu melden.

Ganz heftig sei es 2018 gewesen, sagt er. In dem warmen Sommer hätten immer wieder fünf bis sechs Jugendliche Party im Park und auf dem Spielplatz gemacht. „Sie haben viel getrunken. Und der Dreck blieb dann liegen“, berichtet er. Es sei auch vorher immer wieder vorgekommen. Aber der vergangene Sommer sei ganz schlimm gewesen. „Wenn wir Besuch bekommen und in den Park oder auf den Spielplatz gehen, dann muss man sich wirklich schämen.“

Er scheint nicht der Einzige zu sein, dem es so geht. Denn er hat, wie er berichtet, schon andere beim Aufräumen gesehen. Trotzdem wünscht er sich etwas mehr Unterstützung von anderen, sagt er. Denn er wohne gerne am Park, sagt der Bitburger. „Wir sollten da nicht wegschauen.“ Er weiß auch, dass die Polizei bemüht ist, Verwarnungen ausspricht und immer wieder bittet, aufzuräumen. Auch dem Bürgermeister habe er schon Mails geschrieben. Aber die erhoffte Veränderung sei bisher ausgeblieben.

Deshalb gebe es weiterhin Lärm, Gebrüll und Müll. Vor allem die Wochenenden seien heftig, aber auch unter der Woche würden sie immer wieder auftauchen und ihre Spuren hinterlassen. „Wir wollen einfach ruhige Nächte und kein Müll am nächsten Morgen“, sagt der 32-jährige Familienvater. Sein Wunsch: keine Alkoholexzesse, keine Party bis nachts und ein sauberer Kinderspielplatz. Und  er fragt sich: Warum ist ein Park keine alkoholfreie Zone?

Der TV war gemeinsam mit Ralf Mayeres, Leiter des Bauhofs der Stadt Bitburg, auf dem Parkgelände im Norden Bitburgs und hat sich umgesehen. Weder der Spielplatz noch der Park nahe dem  Stadtzentrum waren an diesem Tag verdreckt. Dennoch sei der Stadt bekannt, dass sich dort abends immer wieder Gruppen versammelten, sagt Mayeres.

Was an sich kein Problem darstelle, werde aber dann zu einem, wenn Flaschen zertrümmert würden. Da liege eine Grenze, die überschritten würde. Und daher wird auch gegen eine Verschmutzung vorgegangen. „Der Bauhof fährt den Spielplatz im Waisenhauspark täglich morgens an und guckt nach dem Rechten“, sagt er. „Der Park wird wöchentlich sauber gemacht, wenn nötig wird er auch täglich gereinigt.“

Das Phänomen sei nicht neu, sagt Mayeres. Denn oftmals seien abseits liegende und geschützte Stellen das Ziel von Gruppen, sich abends zurückzuziehen und auch zu trinken. Dabei wechselten laut Mayeres die Brennpunkte und die Dauer der Aufenthalte immer wieder.

Die Problemzonen sieht auch Hans Jürgen Riemann, stellvertretender Dienststellenleiter der Stadt Bitburg, im Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) und dem Waisenhauspark. Er erklärt sich die gesteigerte Verschmutzung mit wärmeren Nächten. „Wie viel dort los ist, hängt immer von den Jahreszeiten ab“, sagt er. Das bestätigt auch Werner Krämer, Pressesprecher der Stadt Bitburg. „Die Grünanlage im Waisenhauspark ist ein beliebter Treffpunkt in Bitburg, wo es naturgemäß auch schon mal zu Verunreinigungen kommt.“ Aber er sagt auch: „Kinderspielplätze sind generell tabu für abendliches Feiern. Ein weiterer Brennpunkt in dieser Hinsicht ist der ZOB.“ Für genau solche Fälle habe die Stadt Bitburg eine Gefahrenabwehrverordnung, die eine Rechtsgrundlage bildet. „Danach können in den beschriebenen Fällen Bußgelder verhängt werden, je nach Schwere des Vergehens bis zu 5000 Euro. Hier arbeitet das Ordnungsamt mit der Polizeiinspektion zusammen.“

Bierkisten, Glasflaschen, Scherben und Dreck: Wird nachts im Waisenhauspark gefeiert, bleibt der Müll oft zurück. Das ärgert die Anwohner. Foto: TV/Michael Röttgen
Müll im Waisenhauspark. Foto: TV/Michael Röttgen
Müll im Waisenhauspark. Foto: TV/Michael Röttgen
Müll Waisenhauspark. Foto: TV/Michael Röttgen
Müll Waisenhauspark. Foto: TV/Michael Röttgen
Müll Waisenhauspark. Foto: TV/Michael Röttgen
Müll Waisenhauspark. Foto: TV/Michael Röttgen

Laut Werner Krämer gibt es Bestrebungen, in Absprache mit der örtlichen Polizei und auch den Schulleitern, über die Regelungen der Gefahrenabwehrverordnung hinaus für die genannten Bereiche per Rechtsverordnung ein Alkoholverbot zu erlassen. Eine weitere Konsequenz könnte die Schließung einer Anlage, insbesondere des Waisenhausparks, sein, was jedoch wirklich das letzte Mittel sein sollte.

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