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Eifelkreis startet mit Toyota in smarte Zukunft

Zwei neue Online-Plattformen bald erreichbar : Eifelkreis startet mit Toyota in smarte Zukunft

Die Toyota Mobility Stiftung hat den Eifelkreis als Pilotkommune für zwei Plattformen ausgewählt. Dies könnte die Digitalisierung entscheidend voranbringen.

Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung einen gewaltigen Schub gegeben. Da ist sich die Fachwelt einig. Firmen machen vermehrt Home-Office möglich, Meetings finden in Videokonferenzen statt, Verwaltungen bieten digitale Dienste an, und Bürger lernen immer mehr, sich mit Apps zu vernetzen.

Auch der Eifelkreis könnte auf diese Art von der Krise profitieren. Denn die Pandemie hat die Kommune nun schneller als gedacht mit einem starken Partner zusammengebracht: der Toyota Mobility Foundation. Mit dieser gemeinnützigen Stiftung des japanischen Autoherstellers ist der Kreis zwar bereits seit zwei Jahren in Kontakt. Solange denkt man auch gemeinsam über neue Plattformen – etwa über die Verbesserung des Nahverkehrs –  nach.

Der Ausbruch des Virus aber hat die asiatische Firma auf eine neue Idee gebracht: Warum nicht eine Plattform für die jetzt so wichtige Nachbarschaftshilfe und Vernetzung von Unternehmen aufbauen? Und den Eifelkreis, mit dem man seit Langem Kontakte pflegt, zur Pilotkommune machen?

Dass beide Ideen nun verwirklicht werden ist für die Verwaltung ganz klar ein Glücksfall. Auch der Kreistag hat den Plänen der Stiftung einstimmig grünes Licht gegeben. Toyota-Pressesprecher Andy Fuchs hatte noch in der Sitzung Bedenken zum Datenschutz und zur Vernetzbarkeit mit anderen Apps wie Dorffunk ausgeräumt. Zudem hatte er ankündigte, dass seine Firma die kompletten Entwicklungskosten für die Portale „Lokalhelfer“ und „Shared Eco“ und sogar einen Teil der Personalkosten für die halbe Stelle, die der Kreis dafür vorgesehen hat, zahlen wird. Damit dürften auf die Kommune lediglich 24 000 Euro jährlich entfallen.

Das Portal „Lokalhelfer“ ist bereits unter der Website „Eifelkreisverbindet.de“ erreichbar. Hier können Bürger ihre Anliegen, etwa „Gassigehen“, „Einkauf“ aber auch „Handwerksarbeit“ in einer Suchmaske auswählen. Das System sucht entsprechende eingetragene Helfer aus der Nähe.

Da die Seiten erst seit Kurzem online und noch unbekannt sind, werden Interessenten wohl noch nicht fündig. Unternehmen, die „Shared Eco“ nutzen wollen, um Maschinen und Arbeitskräfte kurzfristig mit anderen Firmen zu tauschen, brauchen noch etwas mehr Geduld. Die Website geht erst „demnächst online“, wie es auf „Eifelkreisverbindet.de“ heißt.

Die beiden Plattformen sollen aber nur den erster Schritt in die digitale Zukunft der Kommune markieren.  Nicht nur, weil weitere Funktionen auf der Schnittstelle bereits in Planung sind. Sondern auch, weil der Kreistag am Montag auch die Bewerbung für das Bundesförderprogramm „Smart Cities“ abgeschickt hat –  erneut, muss man sagen. Denn  der Kreis kam bei der letzten Runde, bei der 13 Gemeinden ausgewählt wurden, nicht zum Zug.

Mit den neuen Plattformen als Grundlage hofft die Kommune nun aber auf eine neue Chance auf den bis zu 17 Millionen schweren Zuschlag für die Digitalstrategie. Toyota und Corona sei Dank!

Ein ausführlicher Bericht über Eifelkreisverbindet.de und die Möglichkeiten der neuen Plattform folgt.

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