1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Tätowierer aus Speicher und Wittlich werben in der Pandemie

Tätowierer in Notlage : Plakataktion: Eifeler Tätowierer wollen Mut machen

Mit der Kampagne „Kunst ist ansteckender als jedes Virus“ machen die Betroffenen auf ihre Notlage aufmerksam.

Die Nadeln surren nicht mehr, die Farbe bleibt im Regal. Seit Monaten sind die Tattoo-Studios, auch in der Eifel, geschlossen, Piercer und Tätowierer praktisch arbeitslos. Und während Friseurläden nun ab März wieder öffnen dürfen, bleibt diese andere Gruppe der „körpernahen Dienstleister“, wie es so schön im Behördendeutsch heißt, im Lockdown.

Für die Mitarbeiter der Bodycooperation, die Filialen in Speicher und WIttlich betreibt, ist das aber kein Grund, die Hoffnung zu verlieren oder die Füße hochzulegen. Stattdessen haben sich die Eifeler Tätowierer eine Aktion ausgedacht, um der Pandemie zu trotzen.

In mittlerweile Dutzenden Orten in der Region — von Bernkastel-Kues bis Bitburg — haben sie Plakate mit der Aufschrift „Kunst ist ansteckender als jedes Virus“ aufgehängt.  Um somit einerseits die seit März 2020 leeren Werbewände und Litfaßsäulen wiederzubeleben. Und andererseits „Mut zu machen und den Menschen und unserem Betrieb eine Perspektive zu geben“, wie Pascal Rodermund sagt, der zusammen mit dem Tätowierer Mirko Beek die Geschäfte leitet.

Seit vier Monaten sind die beiden Shops Bodycooperation Tattoo & Piercing in Speicher und Wittlich,  „trotz perfektem Hygienekonzept“ geschlossen, erklärt der Piercer. Wer an der Haut anderer Menschen arbeite, habe schließlich schon vor Corona auf Mundschutz, Handschuhe und Desinfektionsmittel geachtet.

Doch es hilft nichts: Die Studios bleiben zu, Kosten für Mieten und Personal laufen aber weiter. Die Nothilfen des Staates flossen spät und sind nur ein kleines Trostpflaster. Weil aber Kunst, und auch Tattoo-Kunst, eben ansteckender sei als jedes Virus, lasse man sich nicht unterkriegen. Und werde auch länger durchhalten als die Pandemie.

Tätowierer aus Speicher und Wittlich werben in der Pandemie
Foto: TV/Privat
 Piercer Pascal Rodermund bei der Arbeit. Maske trägt man in dieser Branche nicht erst seit der Pandemie.
Piercer Pascal Rodermund bei der Arbeit. Maske trägt man in dieser Branche nicht erst seit der Pandemie. Foto: TV/Privat

„Wir sind keine Gegner des Lockdown“, stellt Rodermund klar: „Wir nehmen das Virus ernst und akzeptieren die Maßnahmen.“ Dennoch bräuchten die Tätowierer mal eine Öffnungsperspektive: „Wir freuen uns einfach riesig auf das Ende des Lockdowns, um wieder für unsere Kunden da sein zu können. Und das zu machen, was wir am Besten können: Tätowieren und Piercen.“ Bleibt zu hoffen, dass bis dahin auch alle noch verbliebenen Studios in der Eifel durchhalten. Die ersten Schließungen gehen bereits auf das Konto der Corona-Maßnahmen.