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Zukunft gestalten in Zeiten des Wandels

50 Jahre Universität Trier : Zukunft gestalten in Zeiten des Wandels

Das Studierendenwerk ist der „Rundum-Dienstleister“ für die Studierenden der Trierer Hochschulen. Angesichts der Folgen der Corona-Krise richten die Verantwortlichen den Blick nach vorn.

Mit der sozialen Betreuung sowie der wirtschaftlichen und kulturellen Förderung der Studierenden gestaltet das Studierendenwerk den Lebensraum Hochschule. „Das Jubiläumsjahr der Universität – zu dem wir herzlich gratulieren! – ist für das Studiwerk ein Wendejahr, in dem uns die Pandemie lehrt, dass das Stetige die Veränderung ist“, erklärt Geschäftsführer Andreas Wagner. „Wir stellen uns motiviert und engagiert den damit verbundenen Aufgaben und kommen dabei auf Lösungsvarianten, die wir vor einem Jahr noch nicht ansatzweise vor Augen hatten. So hätte wohl niemand gedacht, dass wir im Rahmen unseres sozialen Auftrages die Erstsemesterbegrüßung für das Wintersemester 2020 in Form eines Online-Wine-Tastings absolvieren.“

Das Studierendenwerk Trier hat es sich zum Ziel gesetzt, den Studierenden das Leben an den Trierer Hochschulen so angenehm wie möglich zu gestalten. „Wir wollen, dass Sie einfach studieren!“, lautet das Motto für die zahlreichen Dienstleistungen. Die Errichtung und Bereitstellung von günstigem studentischem Wohnraum steht in diesem und den nächsten beiden Jahren besonders im Mittelpunkt: Das 13,5 Millionen Euro Neubauprojekt „Haus am Baum“, in Holz-Hybrid-Bauweise direkt am Martinskloster. Hier soll sich in zwei Jahren den 110 MieterInnen eine komfortable „Oase in der Stadt“ bieten, die visuell, akustisch, thermisch und barrierefrei höchste Komfortansprüche erfüllt.

„Als besondere Verpflichtung betrachten wir den Schutz und Erhalt eines Naturdenkmals und zugleich Namensgeber des Projektes in direkter Nachbarschaft auf dem Innenhof. Eine mehrere hundert Jahre alte Blutbuche, die wir mit einem umfangreichen Baumschutz und Bewässerungsmanagement während und nach der Bauphase schützend begleiten,“ sagt Andreas Wagner.

Kooperationen mit Partnern

Ein besonderes Merkmal ist der kulturelle Auftrag des Bauprojektes, der erstmals in Kooperation mit der Universität Trier erfüllt wird. Mit dem Konzept „WohnZeitRaum“ werden 110 historische Artefakte in sogenannten „Zeit-Raum-Kapseln“ in jedem Appartement im historischen Kontext präsentiert. Dieses für Deutschland bisher einmalige Konzept erhielt bereits eine Auszeichnung im Rahmen einer Förderung durch das Programm ExWoSt (Experimenteller Wohnungs- und Städtebau). Da für das Studierendenwerk als Bauherr der Naturschutz gleichbedeutend mit dem Tierschutz zu sehen ist, werden zusätzliche Fassadenquartiere für Fledermäuse und Schwalben in Kooperation mit dem NABU Region Trier angeboten.

Digitalisierung im Praxis-Check

Bereits im November 2016 stellte das Studierendenwerk Trier die Weichen zur Digitalisierung im Speiseangebot seiner Campus-Gastronomie. Der Start für eine in Deutschland einzigartige Mensa-Innovation erfolgte im ersten Untergeschoss der Mensa-Tarforst. Der Burgenerator verzückt bis heute seine Fans mit der Möglichkeit, den persönlichen Lieblingsburger aus 16 Billionen möglichen Varianten online frei zu konfigurieren und zum Wunschzeitpunkt in der Mensa abzuholen. Das „To go-Angebot“ bewährte sich besonders während der aufgrund der Pandemie ansonsten geschlossenen Mensa als ideale Ergänzung.

Über die Webseite www.burgenerator.de können die Kunden aus über 50 Zutaten ihr Burger-Unikat zusammenstellen und über Paydirekt, Paypal oder Sofortüberweisung bezahlen. Zu einer vereinbarten Uhrzeit kann die Eigenkreation an der Burger-Theke abgeholt werden. In Planung ist ein digitaler Ausbau des Burgenerators mit einer mobilen „Version“ zur Verpflegung beispielsweise direkt an den Wohnanlagen des Studierendenwerkes aus einem Mensa-Mobil.

Erfolge ausbauen – Neues erfinden

Eine kulturelle Erfolgsgeschichte aus dem Studierendenwerk Trier ist das „Kultursemesterticket“. Unter dem Begriff „Di-Mi-Do“ können alle Studierenden der Trierer Hochschulen insgesamt 15 Kultureinrichtungen in der Stadt und Region kostenlos an einem Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag nutzen. Immer wenn es noch Restkarten an der Abendkasse gibt, dürfen Studierende gegen Vorlage des Studierendenausweises kostenlos Kulturangebote besuchen. Ob es noch Karten gibt, erfahren die Studierenden online über die Webseite www.di-mi-do.de. Für Erstis und Zweitis gibt es darüber hinaus ab November eine spezielle Stadtführung zum Kennenlernen der Stadt und der Kulturangebote.

Digital erfolgt in diesem Jahr auch ein besonderes Angebot für die Studierenden aus dem ersten und zweiten Semester mit einer Online-Weinprobe. Am 28. November wird Weinmundwerker Thomas Vatheuer via Instagram und Facebook eine Weinprobe kommentieren. Die Teilnehmer können sich vorher mit einem Studiwerk-Probepaket mit drei Wein-Piccolos inklusive Glas über das StudiwerkOffice eindecken und dann live ihr Geschmackserlebnis kommentieren.

Digitaler und analoger Ausblick

Bereits erfolgreich digitalisiert wurde erstmals ein Angebot aus der psycho-sozialen Beratung im Studierendenwerk. Hier wurde ein Achtsamkeitsseminar als Online-Version realisiert. „Seit Jahren haben wir Erfahrungen mit digitalen Angeboten gesammelt. Ob dies unser Online-Buchungssystem für den Umzugswagen oder der Online-Speiseplan, die „App-auf-den Teller“ ist, dem Preisträger des Digital Transformation Awards.“ Andreas Wagner: „Wir schauen nach vorn und stellen uns immer wieder gern auf den Prüfstand der nachhaltigen Zukunftsfähigkeit.“

Neben neuen digitalen Angeboten wird es immer den direkten Kontakt mit den Studierenden geben. Dazu dient besonders als erste Anlaufstelle das StudiwerkOffice (SO!) in der Mensa Tarforst. Hier können sich „Erstis“ und „Zweitis“ derzeit einen kostenlosen Trierer Spruchbecher abholen. Der Becherfonds des Studiwerks hat dieses Mehrweg-Geschenk durch einen Aufschlag bei Einwegbechern mitfinanziert. „Umweltschutz nach antikem Vorbild“, so lautet der Titel für dieses Angebot.

Auf dem Platz mit Blick auf Blutbuche und Martinskloster wird bis Ende 2022 die Wohnanlage „Haus am Baum“ gebaut. Foto: Studiwerk Trier/Thomas Vatheuer

„Bewährtes immer auch in Frage stellen und unseren Gästen zuhören. Sich immer wieder neu erfinden und andere Blickweisen wagen, das hat uns schon oft einen Schub nach vorn gegeben“, so beschreibt Andreas Wagner seinen persönlichen Rück- und Ausblick auf die tägliche Arbeit im Studiwerk.