Deutschland macht keinen Druck wegen Cattenom

Umwelt : Deutschland macht keinen Druck wegen Cattenom

Es gibt keine Pläne, das Kernkraftwerk Cattenom abzuschalten. Trotzdem hat die Bundesregierung bislang noch nicht die Gelegenheit genutzt, der französischen Seite ihre möglichen Bedenken gegen die Laufzeitverlängerung mitzuteilen.

Immer wieder macht das Kernkraftwerk Cattenom mit Pannen und Zwischenfällen von sich reden. Trotz der Kritik und Warnungen, vor allem aus Luxemburg, dem Saarland und Rheinland-Pfalz, gibt es keine Pläne, die Anlage vom Netz zu nehmen. Im Gegenteil: Die Anlage, deren erster von vier Blöcken 1986 in Betrieb gegangen ist, soll über die zunächst geplanten 40 Jahre Strom produzieren. Frankreich plant für viele der über 50 Atomanlagen Laufzeitverlängerungen.

Das Bundesumweltministerium bestätigte nun in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl, dass der Entwurf für die Energie-Planung in Frankreich „keine Stilllegung von Blöcken des Atomkraftwerks Cattenom“ vorsehe. Bei einer solchen Laufzeitverlängerung sollen auch die Anrainerstaaten und die Öffentlichkeit vorab miteinbezogen werden. Doch die Bundesregierung hat bislang die französische Seite nicht um eine Umweltprüfung gebeten, wie die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, in der Antwort an die Grünen-Politikerin mitteilt.

Kotting-Uhl ist daher sauer: „Das Desinteresse und mangelnde Engagement der Bundesregierung bezüglich der französischen AKW-Laufzeiten sind inakzeptabel“, sagte die Bundestagsabgeordnete volksfreund.de. Die Bundesregierung müsse Frankreich um eine bilaterale Konsultation bitten „und dabei insbesondere die schnellstmögliche Abschaltung Cattenoms fordern“.

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