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Saarburger Kulturgießerei bietet Neues in der Glockenguss-Ausstellung.

Saarburg : Es glüht und dampft wie beim Glockengießermeister

Die Saarburger Kulturgießerei bietet Neuerungen in ihrer Ausstellung zur Geschichte des Glockengusses.

Die Corona-bedingte Pause hat das Team der Saarburger Kulturgießerei in der ehemaligen Glockengießerei am Saarufer im Staden intensiv genutzt, um seine Angebote auf die Höhe der Zeit zu bringen. Schon zu Beginn der Pandemie, im Frühjahr 2020, hatte das als sozio-kulturelle Einrichtung geführte Haus Fördermittel aus den Töpfen des Bundes erhalten, weil es über die Kulturveranstaltungen und die Ausstellungen hinaus auch mit seinen Betreuungs- und Beratungsangeboten eine soziale Funktion erfüllt.

So konnten Audio-Guides angeschafft werden, um ein zeitgemäßes und den hygienischen Anforderungen entsprechendes Führungssystem für die aus 30 Stationen bestehende Museumstour zu gewährleisten. Dazu gehört ein inhaltliches Konzept mit neuen Texten in vier Sprachen, das die Besucher individuell durch Raum und Zeit des Glockengusses führt.

Die Besuchergruppen bekommen einen leicht zu desinfizierenden Kopfhörer, die Museumsführer kommunizieren dann mit Abstand über ein Mikrofon. Die professionell eingesprochenen Texte bilden einen imaginären Dialog zwischen den Führerinnen und dem Gründer der Glockengießerei, Urbanus Mabilon (1744 bis 1818), und machen die Museumsbesucher somit zu Zeitzeugen der Geschichte. Die Kosten: 22 000 Euro kamen aus Fördermitteln, 3000 Euro betrug der Eigenanteil.

Optisch spektakulär ist eine weitere Neuerung: Nachdem in den vergangenen Jahren das Beleuchtungskonzept der Gießerei komplett neu gestaltet worden war (der TV berichtete), wurden nun in der großen Halle in der Grube unterhalb des Schmelzofens die Gieß-Kanäle illuminiert. Nach einem ausgeklügelten Konzept des Eventtechnikers Sascha Kaudy entsteht nun der Eindruck, als wäre der letzte Glockengießermeister Wolfgang Hausen-Mabilon noch am Werk und ließe die Kanäle mit hell glühendem und dampfendem Metall voll laufen – wie Marco Zimmer vom Team der Kulturgießerei demonstriert.

Ein Wow-Effekt, der realitätsnah zeigt, wie heiß und gefährlich der Gießprozess war, der noch bis 2002 ausgeführt wurde. Wochenlang hat Kaudy an dem Licht- und Dampf-Effekt gefeilt und programmiert, das Ergebnis ist ein Höhepunkt der Museumstour. Auch hier gab es eine Förderung, diesmal waren es 8000 Euro aus einem regionalen Leader-Projekt.

Ohne entsprechendes Engagement und Durchblick im Dschungel der Förderprogramme sind solche Neuerungen nicht zu stemmen. Geschäftsführerin Dr. Anette Barth betreibt viel Aufwand, um an die entsprechenden Töpfe heranzukommen. Wolfgang Matthes vom Vorstand des Betreiber-Vereines der Kulturgießerei verweist in diesem Zusammenhang auch noch auf die neue Beschattungsanlage mit Jalousien im Café Urban, welche die technische Ausstattung des Veranstaltungsraumes mit Leinwand, Beamer und Monitoren nun komplettiert. Auch hier wurden 22 000 Euro an Fördermitteln generiert, gut 5000 Euro kamen aus dem eigenen Budget.