Wechsel in Wiltingen – nach 30 Jahren

Kommunalpolitik : Wechsel in Wiltingen – nach 30 Jahren

Der langjährige Ortsbürgermeister Lothar Rommelfanger (SPD) hat sein Amt an Christoph Schmitz (parteilos) übergeben.

Fast nichts mehr bleibt wie es war nach der Kommunalwahl 2019 in Wiltingen. Insbesondere endete nach drei Jahrzehnten die Ära Lothar Rommelfanger. Dies schlägt sich auch in der konstituierenden Sitzung des Ortsgemeinderates am Montag nieder. Auf der Tagesordnung: die Verpflichtungen neuer Ratsmitglieder, die Ernennung des neuen Ortsbürgermeisters und die Wahlen der Beigeordneten. Als noch amtierender Ortsbürgermeister eröffnet Lothar Rommelfanger die Sitzung und verpflichtet per Handschlag die neuen Ratsmitglieder – gut die Hälfte aller Sitze sind nach der Wahl neu besetzt worden, das Durchschnittsalter des Rates hat sich deutlich verjüngt.

In einer kurzen Abschiedsansprache lässt Rommelfanger die vergangenen Jahrzehnte seiner Amtszeit Revue passieren. Vor fast genau 30 Jahren, am 8. August 1989, war er erstmals zum Ortsbürgermeister gewählt worden. Rommelfanger: „Das war damals mit knapper Mehrheit, und nun habe ich wieder knapp (48,9 zu 51,1 Prozent) verloren.“ Er scheide mit gemischten Gefühlen aus dem Amt aus – fast über die Hälfte seines Lebens habe er dieses Amt wahrnehmen dürfen. Als herausragende Punkte in dieser Zeit nennt er die Neugestaltung des Dorfplatzes unter Mithilfe der Anwohner und Ortsvereine und den Bau des barrierefreien Bahnhaltepunkts. Für beide Projekte seien hohe Landeszuschüsse geflossen. Des Weiteren erinnert er an die Wiederbelebung der Wiltinger Dorfkirmes, wozu sein besonderer Dank den engagierten Frauen im Ausschuss Familie und Jugend gilt. Ebenfalls genannt wird der „Wiltinger Spilles“, der seit acht Jahren regelmäßig erscheine und der nicht nur im Ort Beachtung finde. Sein Dank gilt allen Ratsmitgliedern der vergangenen 30 Jahre, seiner Frau Biggi, die für sein Ehrenamt viel Verständnis aufgebracht habe, und dem Beigeordneten Hermann-Josef Schmitz. Rommelfanger: „Meinem Nachfolger Christoph Schmitz gratuliere ich zu seiner Wahl und wünsche ihm eine glückliche Hand für die nächsten fünf Jahre.“ Es folgt langanhaltender Applaus der rund 30 Zuhörer und der Ratsmitglieder. Dann folgt Rommelfangers letzter Amtsakt: Er vereidigt seinen Nachfolger Christoph Schmitz und überreicht ihm die Ernennungsurkunde zum Ehrenbeamten.

„Ich will mich Ehrgeiz und Freude der neuen Aufgabe widmen. Schon heute bedanke ich mich bei denjenigen, die mir Hilfe und Unterstützung angeboten haben“, erklärt der parteilose, aber von der CDU unterstützte Schmitz. Auch der Rat habe sich gewandelt, sei jünger geworden, während andere hier auf viele Jahre kommunalpolitischer Erfahrung zurückschauen könnten. Schmitz: „Jugend trifft Erfahrung – die beste Voraussetzung für gute Ratsarbeit im Sinne unseres Dorfes und seiner Bewohner.“ Sein besonderer Dank gilt dem Vorgänger Rommelfanger für 30 Jahre ehrenamtliche Arbeit als Ortsbürgermeister. Schmitz: „Man bedenke, dass einige unserer heutigen Ratsmitglieder noch gar nicht geboren waren, als du Lothar, schon Bürgermeister warst.“

Erster Amtsakt von Ortschef Schmitz ist die geheime Wahl von zwei neuen Beigeordneten. Für das Amt des ersten Beigeordneten schlägt die FWG-Fraktion den bisherigen Amtsinhaber Hermann-Josef Schmitz vor. Er wird mit zehn Ja-Stimmen bei einer Nein-Stimme und vier Enthaltungen im Amt bestätigt.

Die SPD schlägt als zweiten Beigeordneten Heiko Weber vor. Der bisherige Amtsinhaber Helmut Ayl war nicht mehr angetreten. Weber, der an dem Abend selbst nicht anwesend sein konnte, erhält elf Ja-Stimmen bei einer Nein-Stimme und vier Enthaltungen. Vorgänger Helmut Ayl erklärt, dass Weber bereit sei, die Wahl anzunehmen.

In einem Schlusswort dankt auch Bürgermeister Joachim Weber von der Verbandsgemeinde Lothar Rommelfanger für 30 Jahre Engagement als Ortschef und wünscht dem Nachfolger viel Glück und alles Gute. Es folgt nochmals Applaus für Rommelfanger, der in der Runde der einfachen Ratsmitglieder Platz genommen hat.