Zum Konzer Stadtfest hat der  Motor-Sport-Club Konz am Sonntag zur 35. Ausgabe seines Old- und Youngtimertreffens auf das Möbel-Martin-Gelände geladen.

Freizeit : Knutschkugel trifft  Straßenkreuzer

Als traditionelle Extrabeilage zum Konzer Stadtfest hat der  Motor-Sport-Club Konz am Sonntag zur 35. Ausgabe seines Old- und Youngtimertreffens auf das Möbel-Martin-Gelände geladen.

Manche Fahrzeuge  brummen, einige knattern, andere brabbeln im vornehmen Sechs- und Achtzylindersound vor sich hin. Benzingeruch liegt über der Szene und lässt alte Erinnerungen aufkommen – einen Kat benötigen die Autos mit dem begehrten H-Kennzeichen (Historisches Fahrzeug) nicht.  Die Sonne brennt, der Vorsitzende des Motor-Sport-Clubs (MSC) Konz und sein Team können sich freuen. „Zum 35. Mal richten wir nun die Veranstaltung aus, und sie wird von Jahr zu Jahr  größer“, sagt Olaf Pelz.  Rund 300 Oldtimer (ab 30 Jahren) und Youngtimer (ab 20 Jahren)  aus Deutschland, Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und der Schweiz machen die weiten Martin-Parkplätze zum mobilen Freilichtmuseum. Einige Teilnehmer(innen) haben sich sogar passend zum Jahrgang ihrer Fahrzeuge kostümiert. Pelz spricht von „rollenden Kulturgütern“ und dass ihr Treffen der gesamten Region zugute komme. Nach Fahrzeugbauart bilden die PKW aus den 50er-, 60er- und 70er-Jahren die Mehrheit – von der BMW-Isetta (Knutschkugel), Mercedes 180 Ponton oder 220er-Heckflosse, verschiedenen Jahrgängen von Opel Rekord und Kadett, Citroen-Gangsterlimousinen und der windschnittigen  „Göttlichen“ von Citroen über VW-Bullis, englische Roadster bis hin zu gewaltigen US-Straßenkreuzern mit Heckflossen  wie ein 59er Cadillac Eldorado, acht Zylindern, 345 PS, rund drei Tonnen schwer. Von ihm existieren weltweit noch etwa 300 Exemplare. Hinzu kommen original Willys Jeeps der US-Armee aus den 40er- und 50er-Jahren sowie historische Motorräder, alte Trecker und als Besonderheit der letzte Zettelmeyer-Traktor Z1 von 1938.

Freunde alter LKW kommen kaum auf ihre Kosten. Nur die Feuerwehr Saarburg hält mit ihrem Mercedes-Löschfahrzeug aus den 30er-Jahren die Nutzfahrzeugfahne hoch.

Trotz einiger Tausend Besucher herrscht keine Rummelplatzatmos­phäre, auch wenn noch ein Unterhaltsames Programm angesagt ist, zu dem auch das „römische Paar“  Aurelius (alias Heinz Fischer) und Secundinia (Barbara Fickenscher) beiträgt. Das Publikum ist durchwegs sachkundig – viele ergänzen hier ihre private Fotosammlung von Old- und Youngtimern. Pünktlich startet um 11.30 Uhr  der traditionelle Korso mit ausgesuchten Fahrzeugen zum Konzer Heimat- und Weinfest auf dem Marktplatz, um von dort den Schirmherrn, Bürgermeister Joachim Weber, und die Saar-Obermosel Weinkönigin Lena mit ihrer Prinzessin Lea abzuholen. Später werden die beiden das ihrer Meinung nach schönste Fahrzeug auf dem Platz auswählen (die Entscheidung stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest).

Als besonderer Ehrengast begrüßt wird der aus Konz stammende Autoingenieur Alfons Löwenberg, der Miterfinder des legendären VW Golf 1 GTI. Grußworte sprechen  Schirmherr  Weber und sein Vorgänger Karl-Heinz Frieden, der sich als Oldtimerfan outet. Er renoviert gerade einen alten MAN-Traktor, wobei Enkel Gustav (bald drei Jahre) den Opa unterstützt.

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