34. Jahresausstellung der Kulturwerkstatt der Tufa

Ausstellung : Kulturwerkstatt-Ausstellung: Ehrlichkeit und Schaffensfreude

Die Kulturwerkstatt der Trierer Tufa präsentiert ihre 34. Jahresausstellung.

Werkstätten sind Orte, in denen zusammengearbeitet, Neues erprobt und diskutiert wird und  Arbeitsprozesse sichtbar werden. Die Kulturwerkstatt der Trierer Tufa ist seit jeher ein solches Labor, das Kulturschaffenden und ihren Initiativen ein Forum bietet. Mit ihrer alljährlichen Ausstellung schafft sie zudem frei nach dem US-amerikanischen Dichter Allen Ginsberg jenen Raum, in dem öffentlich wird, was als kreatives Schaffen des Einzelnen oft privat bleibt. Eine Vielzahl Kunstschaffende haben sich in der diesjährigen Ausstellung mit Gemälden, Zeichnungen, Fotografie, Installationen. Bildhauerei und Musik zusammengefunden. Allein die Lust an der Kunst zählt dabei.

Wie alle Jahre gibt neben den Einzelbeiträgen auch die hauseigene Aktzeichengruppe Einblick in ihre Arbeit. Die Trierer Kunst-Aktiven bleiben im übrigen nicht selbstgenügsam unter sich. Sie pflegen den Austausch über die Grenzen hinweg. Unter den Ausstellenden sind Gäste aus dem Saarland und  Luxemburg,  sowie eine Jugend-Kunstinitiative aus Metz. Ihr gewaltiger Menschenaffe mahnt gleich eingangs auf der Galeriewand des zweiten Obergeschosses: „Don`t forget, where you come from“ (Vergiss nicht, wo du herkommst).  Gezeigt werden zudem Arbeiten aus der Malschule von Ali Anvari. Seit kurzem hat die Kulturwerkstatt einen neuen Vorstand. Der hält an Bewährtem fest, wie Vorstandsmitglied Cornelia Granow bestätigt. „Wir werden auch weiterhin juryfrei bleiben“, sagt die Künstlerin. „Bei uns kann jeder mitmachen“. Allerdings versuche man auch in der Kulturwerkstatt künftig „mehr junge Leute zur Kunst zu bringen“. Auch in der 34. Ausgabe der Jahresausstellung wird deutlich, wie groß die Freude am kreativen Arbeiten ist und wie dringlich das Bedürfnis, sich künstlerisch zu äußern und Einstellungen und Empfindungen im Bild zu veräußern. Entsprechend vielseitig sind Bildsprachen und Motive. So betrachtet Gabbro Kokott Ihren Alltag als künstlerische Übung  und zeigt gelungene Stillleben aus der Küche. Vegetarisches treibt auch die Malerin Christine Gube-Hofmann motivisch um, die –wie sie zu ihren  Gemälden aus dem Gemüsegarten mitteilt- seit 2003 „Gemüse in Gefühle verwandelt“. Auch  Renate Heineck  geht es um Nachhaltigkeit durch Metamorphose. Sie hat den flüchtigen Seifenblasen der Berliner Luft mittels einer Skulptur Dauerhaftigkeit verliehen. Etwas weiter zeigt Modris Braslins  ein paar sehr feine Bleistift Porträtzeichnungen.  Tom Klein überzeugt durch ausdrucksvolle Schwarz-Weiß Fotos. Konsequent entwickelt Ali Anvari seine auf Teppichen  gründende Malerei weiter. In einer sehr gelungenen Arbeit verräumlicht er den Faltenwurf des bemalten Teppichs zum Grenzgänger zwischen Gemälde und Plastik. Für Überraschung sorgt Herbert Lauer mit einem geometrisch klar komponierten abstrakten Gemälde mit traumblauen Grund. Sozialen Zusammenhalt symbolisieren die Puzzlebilder des aus Nigeria stammenden Künstlers Uyl Nosa-Odia (UNO).  Einmal mehr bestätigt die Schau in der Tufa, dass Kreativität nicht nur Schaffensfreude sondern auch immer wieder vor allem Ventil ist. Manches Werk wird da geradezu zum Bekenntnis. Überhaupt machen Ehrlichkeit  und  Authentizität die hier gezeigten Arbeiten zu beredten Mittlern  zwischen Werk und Betrachter. Erschwert wird die Kommunikation allerdings durch die oft schlecht zu lesende Beschriftung und eine fehlende Werksliste. Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm.

Bis 15.12., Di., Mi., Fr.:14 -17 Uhr, Do.: 17 – 20 Uhr, Sa, So, Feiertage: 11:00-17:00 Uhr, www.tufa-trier.de