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Kultur
Die Porta Nigra präsentiert sich in der Stadt der Terrakotta-Krieger

Das Land Rheinland-Pfalz präsentiert derzeit bei einer Ausstellung in der chinesischen Stadt Xi‘an seine kulturellen Schätze. Kulturstaatssekretär Salvatore Barbaro und die chinesischen Gastgeber betrachten Bilder der Porta Nigra.
Das Land Rheinland-Pfalz präsentiert derzeit bei einer Ausstellung in der chinesischen Stadt Xi‘an seine kulturellen Schätze. Kulturstaatssekretär Salvatore Barbaro und die chinesischen Gastgeber betrachten Bilder der Porta Nigra.
Trier/Xi’an. In der chinesischen Millionenmetropole Xi’an ist eine Ausstellung über die Kulturschätze des Landes Rheinland-Pfalz zu sehen. Trier spielt eine Hauptrolle.

Wer sich in China für Kultur im Allgemeinen oder für Ton-Krieger im Speziellen interessiert, könnte in der Provinz Shaanxi derzeit über rheinland-pfälzische Schönheiten wie die Porta Nigra und die Loreley stolpern. Denn das Bundesland präsentiert seine kulturellen Schätze aktuell bei einer Ausstellung in der chinesischen Stadt Xi’an – „mit erheblichem Schwerpunkt auf Trier“, sagt der rheinland-pfälzische Kulturstaatssekretär Salvatore Barbaro, der die Ausstellung kürzlich eröffnet hat. Zu sehen sind archäologische Funde aus Rheinland-Pfalz sowie Abbildungen und Beschreibungen wichtiger Kulturerbestätten. Etwa die Hälfte der Ausstellung im Xi’an-Museum widmet sich in zwei Sprachen (Chinesisch und Englisch) dem Trierer Weltkulturerbe. Aber auch die „Rheinromantik“ mit Burgen und Loreley oder das Hambacher Fest kommen nicht zu kurz.

„Es ist uns wichtig, aufzuzeigen, dass wir Zentrum des Weltkulturerbes sind“, sagt Barbaro. Karl Marx spielt in dieser Ausstellung hingegen so gut wie keine Rolle – außer dass er mit Johannes Gutenberg und anderen auf einer Liste bedeutender Rheinland-Pfälzer steht.

Barbaro hält die Provinzhauptstadt Xi’an für den optimalen Ort, um ein Publikum zu erreichen, das sich für Geschichte und Archäologie interessiert. Denn Millionen Menschen strömen jährlich in die ehemalige Kaiserresidenz, um die weltberühmte Terrakotta-Armee zu besichtigen, die dort 1974 entdeckt wurde: Tausende lebensgroße und mehr als zweitausend Jahre alte Tonsoldaten, die die Grabstätte des Kaisers  Qin Shihuangdi bewachen.

Aber nicht nur deswegen ist Xi’an bei Kulturtouristen beliebt: Die Millionen-Metropole erfreut sich der größten Stadtmauer in China, sehenswerter Pagoden, Tempel, Türme und bedeutender Museen. Darunter auch das Xi’an Museum, welches Onlinereiseführern zufolge als erstes multifunktionales Museum Chinas bei Touristen wie Einheimischen sehr beliebt ist: Bietet es doch nicht nur 130 000 Exponate, sondern auch einen chinesischen Garten und eine historische Wildganspagode.

Dass die Besucher dort nun auch über Trier informiert werden, ist Folge einer rheinland-pfälzisch-chinesischen Kooperation, in deren Rahmen in den Trierer Viehmarktthermen auch die Ausstellungsreihe „Begegnungen mit China“ gezeigt wurde. Wer plötzlich Lust auf Terrakotta-Krieger und exotische Pagoden bekommen haben sollte: Die Schau ist noch etwa ein halbes Jahr lang zu sehen.

Ein Sensationsfund des 20. Jahrhunderts: Die Terrakotta-Armee wurde bei Xi‘an (China) gefunden.
Ein Sensationsfund des 20. Jahrhunderts: Die Terrakotta-Armee wurde bei Xi‘an (China) gefunden. FOTO: Rainer Jensen