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Aus vielen Standorten wird ein Campus - Luxemburger Universität zieht im Sommer nach Esch um

Aus vielen Standorten wird ein Campus - Luxemburger Universität zieht im Sommer nach Esch um

Im Sommer heißt es auf dem Uni-Campus Walferdingen in Luxemburg endgültig Koffer packen. Die Fakultät zieht nach Esch/Belval und macht Platz für andere Einrichtungen.

Nachdem die ehemalige Regierung es versäumt hatte, Möbel, Kabel und sonstige wichtigen Infrastrukturaspekte der Uni auf Belval einzuplanen, sah es zu Beginn der Legislatur so aus, als könne der heiß erwartete Umzug sich weiter verzögern. Das Thema Umzug wurde daraufhin bevorzugt behandelt, Gelder wurden kurzfristig bereitgestellt, und im Sommer wird nun umgezogen.

Die unrühmliche Episode um schlechte Planungsarbeit wurde am Montag von Minister Claude Meisch und Staatssekretär Marc Hansen noch um einige pikante Details erweitert: So war auf Belval zwar ein Gebäude für die Mensa eingeplant, Konzept und Geräte fehlten aber. Auch das wurde kurzfristig nachträglich organisiert, und so kann Belval endlich die Uni aufnehmen. Esch wird damit Universitätsstadt, oder wie Meisch es in Anlehnung an Willy Brandt formulierte: "Es wird zusammen wachsen, was zusammen gehört".

Einsparungen

Der Umzug der Uni nach Belval wird dabei zahlreiche andere Möglichkeiten schaffen. Besonders der Campus Walferdingen (ehemalige Kasernen) bietet Raum für zahlreiche andere Institutionen und damit einhergehend Einsparungen bei Mieten, die der Staat bislang für diese zahlen musste. Fünf Millionen Euro können so eingespart werden.

In Walferdingen werden sich nun 14 Bereiche ansiedeln. Das Gelände habe noch Potenzial, hieß es, und die Regierung schließt nicht aus, dass dieses auch genutzt werde. Neubauten und Umbauten seien möglich. Nach den diversen anstehenden Umzügen werden verstärkt Synergien möglich sein, neben den Mieteinsparungen können sämtliche Abteilungen des Erziehungsministeriums unter dem gleichen Dach zusammenarbeiten (rue Aldringen) und die Schüler des "Uelzechtlycée", die bislang noch über keine Sporthalle verfügten, können künftig die des bisherigen Campus Walferdingen nutzen.

14 Institutionen

Folgende Institutionen werden nach Walferdingen umziehen:
- IFEN: Institut de formation de l‘éducation national
- Restopolis: Dienst der Schulkantinen
- DPAV: audiovisueller Dokumentations- und Produktionsdienst des Script
- INFPC: Institut national pour le développement de la formation professionnelle continue
- CGIE: Centre de gestion informatique de l‘éducation
- Inspektorenkollegium
- Inspektorat der Bezirke 3, 4 und 5 der Grundschule
- die multiprofessionellen Mannschaften dieser Bezirke
- IDV: Institut pour déficients visuels
- CMPPN: Commission médico-psycho-pédagogique nationale
- ONE: Office national de l‘enfance
- Treff-Punkt: Dienst der staatlichen Kinderheime
- Projekt "Jugendwunnen"
- der Luxemburger Online-Diktionär

Standorte

Auch für die sechs Klassen der Privatschule Charlemagne bietet Walferdingen einen Übergangsstandort für das Jahr 2015/16, bis die Verantwortlichen der Schule eine Alternative gefunden haben. Schließlich sind mehrere Wohnungen für Jugendliche zwischen Schule und Beruf geplant.

Bislang war die Uni auf sechs Standorte verteilt, wobei Walferdingen, Limpertsberg und Kirchberg die drei Kernstandorte darstellten. Zwölf Jahre nach ihrer Gründung kann die Uni jetzt mit den meisten Fakultäten an einem Standort untergebracht werden.