Infrastruktur : Der kürzere Weg aufs Plateau

Die Bernkasteler Kommunalpolitiker diskutieren über eine zweite Erschließungsstraße für Wohngebiet und Cusanushofgut. Geschätzte Kosten: zwei Millionen Euro.

„Wir könnten 2,5 Kilometer für einen Weg einsparen, das gibt auf Dauer gesehen eine ungeheure CO2-Einsparung, alleine wenn man an die Fahrzeuge vom Deutschen Roten Kreuz und den Anwohnern denkt,“ sagt Stadtbürgermeister Wolfgang Port auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses im Bernkastel-Kueser Rathaus. Stadtrat Robert Wies (FDP) hatte nämlich einen alten Vorschlag in Erinnerung gebracht, mit dem das Kueser Plateau mit seinen Reha-Kliniken und Wohngebieten vom Verkehr entlastet werden soll.  Wies, selbst Anwohner auf dem Plateau, verweist darauf, dass die einzige Erschließungsstraße, die Panorama­straße, in die Jahre gekommen und reparaturbedürftig sei. Vor 15 Jahren sei eine zusätzliche Straße im Rahmen der Planung eines Neubaugebiets diskutiert, aber wieder verworfen worden. Diese Pläne könne man wieder aufnehmen, war Wies Vorschlag.

Port erklärt die Hintergründe: „Die Panoramastraße wurde damals für die Rehaklinik gebaut, da war von dem Baugebiet, das später dahinter gebaut wurde, noch keine Rede. Es ist daher sinnvoll, eine zweite Straße zu bauen, auch weil der gesamte Verkehr durch das Kurgebiet läuft.“ Das sei auch vor dem Hintergrund der Umweltauflagen für den Kurbetrieb sinnvoll.

Die Kosten: 2006 habe man die Straße mit 1,2 Millionen Euro brutto kalkuliert, 2020 müsse man von bis zu zwei Millionen brutto für den reinen Straßenbau ausgehen, hinzu kommen noch die Rodungs- und Planungskosten. Die Straße könnte von der Panoramastraße auf Höhe der Firma Mageba abzweigen und dann dem Gelände angepasst direkt Richtung Cusanushofgut und Wohngebiet führen, ohne das Kurgebiet zu durchfahren. Der Vorschlag fand Zustimmung im Stadtrat. Frank Hoffmann (CDU) bemerkte: „Der Stadtteil ist so groß und es sind so viele Sackgassen darin, da ist eine weitere Straße notwendig. Da muss relativ schnell eine Grundsatzentscheidung her.“ Getrud Weydert (Grüne) sagte: „Das war damals und ist heute immer noch interessant. Das sollte man genau prüfen. Der Wegfall des Verkehrs zum DRK-Hofgut würde auch das Wohngebiet entlasten.“ Brigitte Walser-Lieser (SPD) äußerte indes Kritik: „Man sollte zuerst die Panoramastraße ausbauen, bevor man eine zweite Straße baut.“

Der Vorschlag soll nun in der nächsten Stadtratssitzung besprochen werden. Der Ausschuss empfahl zudem, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.