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In Bernkastel-Kues gibt es derzeit keinen Jugendraum

Jugend : Die Suche nach einem Jugendtreff

In Bernkastel-Kues gibt es derzeit keinen Jugendraum. Doch das wollen einige Jugendliche ändern.

(cst) Mit dem Jugend- und Kulturzentrum (Jukuz) in Kues haben die Bernkasteler-Kueser Jugendlichen einen Ort, an dem sie sich mit Gleichaltrigen treffen können. Doch das reicht ihnen offensichtlich nicht. Denn einige junge Leute sind an Jugendpfleger Guido Moll herangetreten mit der Bitte, ihnen doch einen eigenen selbstverwalteten Jugendraum zu ermöglichen, so wie er in vielen anderen Ortsgemeinden der VG Bernkastel-Kues eingerichtet ist. Mit diesem Anliegen hat sich der Hauptausschuss der Stadt Bernkastel-Kues in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. „Das Jukuz spricht uns weniger an“, sagen zwei Jugendliche, die zur Ausschusssitzung gekommen sind. „Wir möchten uns im eigenen Raum treffen“, sagen sie. Bernkasteler Jugendliche würden zum Teil in die Jugendräume umliegender Gemeinden ausweichen. Als Anforderungen für geeignete Räumlichkeiten nennen sie Heizung und Toiletten. „um alles andere wie Möbel können wir uns selbst kümmern“, sagen sie.

Die Mitglieder des Ausschusses reagieren positiv auf die Initiative der Jugendlichen. „Einen Jugendraum zu schaffen ist uns ein Herzensanliegen“, sagt Gertrud Weydert von Bündnis 90/Die Grünen. In der Stadt Bernkastel-Kues sollen die Jugendlichen die gleichen Möglichkeiten haben wie in den Dörfern. Stadtbürgermeister Wolfgang Port sagt, in den vergangenen zehn bis zwölf Jahren sei niemand mit einer entsprechenden Frage an ihn herangetreten. „Jetzt ist die Thematik da“, sagt er.

Doch birgt eine solche Einrichtung auch Probleme. In einer großen Kommune wie Bernkastel-Kues sei eine Cliquenbildung verbreiteter als in kleineren Ortschaften, sagt Moll. Das könne dazu führen, dass andere Jugendliche nach einem eigenen Jugendraum fragten, weil sie nicht zum Umkreis der Initiatoren gehörten. Auch sei bei der Suche nach möglichen Räumlichkeiten neben einer zentralen Lage auch der Brandschutz zu beachten.

Um die anstehenden Herausforderungen detailliert besprechen zu können, hat der Ausschuss die Einrichtung eines Arbeitskreises beschlossen. Diesem sollen Jugendliche, Eltern, Vertreter der politischen Fraktionen, der Jugendpfleger und Camilla Müller, Leiterin des Jukuz, angehören. Angestrebt ist, dass sich der Ausschuss im Januar 2020 erstmals trifft.