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Kultcafé schließt, Brauhaus kommt

Bernkastel-Kues. Nach Ostern gehen in der Station Cues die Lichter aus. Die Kultkneipe schließt, und das alte Bahnhofsgebäude wird von den Investoren Erich Gasber und Harald Spang übernommen. Sie planen ein Brauhaus mit Gastronomie. Claudia Szellas

Bernkastel-Kues. Zunächst einmal werde das historische Bahnhofsgebäude komplett leergeräumt, heißt es aus Reihen der Investoren. Das seien vorbereitende Maßnahmen, so Erich Gasber im Gespräch mit dem TV.
Bis dato wurden bereits Probebohrungen im Gebäude gemacht: sowohl im momentan als Raucherzimmer genutzten Raum, als auch auf dem WC für Herren. "Das ist nötig, damit wir ungefähr wissen, was uns hier erwartet." Dort, wo keine Unterkellerung sei, müsse man genau schauen, wie sich die Raum- und Bodenverhältnisse gestalten.
Immerhin stammt das Bahnhofsgebäude in "moseltypischer" Bauweise mit Schieferbruchsteinen aus dem frühen 20. Jahrhundert und steht unter Denkmalschutz.
Kein leichtes Unterfangen für einen Investor. Mit der Summe von 196 000 Euro hat vor mehr als einem Jahr ein Gutachter das Kaufvolumen für das historische Gebäude ermittelt. Investieren müssen die im Immobiliengeschäft tätigen neuen Besitzer aber ein Vielfaches: Über eine Million sei die Investitionssumme, die bereits im Gespräch sei. Gasber selbst hält sich mit Zahlen zurück. Denn: "Wir wissen ja heute gar nicht, was während der Arbeiten noch alles zutage kommt." Fakt ist: Die wesentlichen Grundzüge der architektonischen Ansicht sollen erhalten bleiben. Sobald die Abbruchgenehmigungen vorliegen, wird noch im April das Vordach vor dem Gebäude abgerissen.
Wie die Planungen im Detail aussehen, will der Trierer Gasber aber nach wie vor noch nicht auf den Tisch legen. "Wir werden das Ganze step by step machen."
Auf jeden Fall soll es "eine rückwärtige Öffnung der Wand durch die ehemalige Wartehalle zum Forumsplatz geben". Damit bleibt der Platz für den wöchentlichen Markt erhalten, und der ohnehin leere Forumsplatz erfährt eine neue Belebung.
Die Eröffnung des Brauhauses ist für das Frühjahr, spätestens Sommer 2014 vorgesehen. 100 Sitzplätze in kleinen Nischen sollen das Interieur bestimmen. Über den Namen schweigen sich die Investoren ebenfalls aus. Allerdings verspricht Gasber: "Dies wird ein Gasthaus, in dem sich auch Kueser wohlfühlen werden."
Extra

Das Bahnhofsgebäude in Kues wurde im frühen 20. Jahrhundert von Reichsbahnbaudirektor Franz Schenk im Stil des Historismus errichtet. Als Material wurde vorwiegend Schieferbruchstein verwendet. Der Kueser Bahnhof war Endpunkt der bei Wengerohr von der Moselbahn Trier-Koblenz abzweigenden Stichstrecke. Die Einstellung des Personenverkehrs erfolgte am 2. Juni 1984. Danach fuhren nur noch Güterzüge auf der Strecke. Am 25. Mai 1989, so erzählt es der Stadtchronist Helmut Theis, fuhr noch einmal ein Personensonderzug von Kues nach Wengerohr und zurück. Musikalisch begleitet wurde die letzte Fahrt von der Bernkasteler Bürgerwehr. Am 27. Mai 1989 wurde der Bahnverkehr endgültig eingestellt. In der Folgezeit wurde die Strecke 15 Kilometer komplett zurückgebaut und durch den Maare-Mosel-Radweg ersetzt. sim