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Neues Schuldach, mehr Bauland: Das sind Pläne für 2022 in Malborn

Dörfer-Serie Projekte 2022 : Neues Schuldach, mehr Bauland: Das sind die wichtigsten Vorhaben in Malborn

Stolz ist die Malborner Ortsbürgermeisterin auf das ehrenamtliche Engagement in ihrem Dorf und auf große Projekte, die 2021 umgesetzt wurden. Es könnte allerdings noch deutlich mehr vorangehen, wenn aus der Kommunalreform der Verbandsgemeinde endlich ernst würde.

Hinter der Ortsgemeinde Malborn liegt ein arbeitsreiches Jahr. 2021 sind laut Ortsbürgermeisterin Petra-Claudia Hogh gleich vier große Projekte umgesetzt worden: beide Friedhöfe wurden an moderne Bestattungsformen angepasst, drei Straßen im Ortsteil Thiergarten saniert, die Internetversorgung mit Glasfaserkabel verbessert und neue Baustellen erfolgreich vermarktet. „Alle 32 Baustellen sind weg“, freut sich Hogh im Gespräch mit dem TV.

Was nun im gerade erst begonnenen Jahr 2022 auf der Vorhaben-Liste steht? Eigentlich würden die Malborner gern weiteres Bauland auf Hermeskeiler Gebiet erwerben. Doch das erweist sich laut Hogh in der Umsetzung bislang als äußerst kompliziert. „Dafür müsste ein Gebietsänderungsverfahren der beiden Landkreise Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg eingeleitet werden, denn deren Gebietsgröße würde sich dadurch ändern“, erklärt sie. Die Kommunalaufsicht verlange, dass das parallel zur Bauleitplanung ablaufe.

Warum Malborn gern zur Verbandsgemeinde Hermeskeil wechseln würde

Deutlich vereinfachen würde das Projekt Bauland der Vollzug der seit Jahren vom Land geplanten Auflösung der Verbandsgemeinde (VG) Thalfang im Zuge der Kommunalreform. Da hat sich Malborn längst für den Anschluss an den Nachbarn, die VG Hermeskeil, entschieden. Doch die Reform-Verhandlungen dümpeln vor sich hin. Die Malborner Ortschefin hat dazu eine eindeutige Meinung: „Die Verbandsgemeinde Thalfang sollte das Land auffordern, sein eigenes Gesetz umzusetzen“, findet sie. VG-Verwaltungschefin Vera Höfner hatte in einer der zurückliegenden VG-Ratssitzungen informiert, dass Anfang Februar ein Gespräch mit Vertretern des Mainzer Innenministeriums zum Thema Kommunalreform geplant sei.

Nach dem Eindruck der Malborner Ortsbürgermeisterin hängt es aktuell an der Thalfanger Verwaltung, dass in ihrem Ort manche wichtigen Projekte nicht recht vorangehen. Etwa die Erweiterung der Kindertagesstätte, die aus allen Nähten platzt, und die Gestaltung des Dorfplatzes, wo sich seit zwei Jahren wenig bewege. Anträge für Zuschüsse für diese Projekte müssten allerdings über die VG gestellt werden.

Keinen Aufschub duldet laut Hogh auch die Erneuerung des Grundschuldaches. Hier könnten im gleichen Aufwasch neue Nutzflächen unter dem Dach ausgebaut werden. Für dieses Gebäude ist die Ortsgemeinde genauso der Träger wie für die Kita. Durch das ausgebuchte Neubaugebiet und zahlreiche Neunutzungen von Bestandsgebäuden sei, so Hogh, mit mehr Kindern zu rechnen. Bereits jetzt haben die rund 1400 Einwohner mehr als 100 Kinder.

So gut die Nähe zum Nationalpark Hunsrück-Hochwald und die Lage im Naturpark Saar-Hunsrück für Malborn auch sei, für Hogh ist diese Naturparkzone mit der Bezeichnung „Erholung in der Stille“ irreführend. Denn: „Da geht direkt die Einflugschneise für den Flughafen Hahn drüber.“ Das bringe den Nachteil, das dort – zumindest nach jetzigem Stand – kein Windrad aufgestellt werden dürfe, obwohl genug Wind wehe. Damit fällt derzeit für Malborn eine zuverlässige Einnahmequelle weg. Durch Pläne der neuen Bundesregierung, mehr Windkraft zu ermöglichen, könnte sich dies womöglich in Zukunft ändern.

Warum Ortsbürgermeisterin Hogh aus Malborn auf ehrenamtliches Engagement setzt

Stolz ist die Ortschefin auf das ehrenamtliche Engagement in ihrem Dorf. Ein Beispiel sei die Familie Michely, die als Neubürger gleich zwei sehenswerte Begrüßungsschilder in eigenem Entwurf an den beiden Orts­eingängen installiert habe. Corona­konform sei der Nikolaus im Dezember auf seinem Schlitten zu den Kindern im Ortsteil Thiergarten gefahren. Es gab laut Hogh einen lebendigen Adventskalender, und Kindern werde in der Schule die Bedeutung des Nationalparks mit Wissenswettbewerben vermittelt.

Das Vereinsleben habe wegen der Pandemie jedoch massiv gelitten. „Die Ortsgemeinde ist doch zu einer funktionierenden Jugendarbeit verpflichtet“, bedauert die Ortschefin. Mit Arbeitsgemeinschaften und einer Hausaufgabenbetreuung komme man dieser Aufgabe nach.

Junge Leute sollten sich nach Ansicht von Petra-Claudia Hogh bewusst machen, wie wichtig ehrenamtliches Handeln für eine Gemeinde sei. Wer am Wohl des Dorfes mitarbeiten will, kann sich an die Ortsbürgermeisterin unter Telefon 0151/ 62506618 (E-Mail: bgm@malborn-thiergarten.de) wenden.

Was steht 2022 auf der Agenda? Wo werden wichtige Projekte abgeschlossen, und worauf sind die Dörfer besonders stolz? Das haben wir die Ortsbürgermeisterinnen und -bürgermeister sowie die Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher gefragt. Ihre Antworten veröffentlichen wir seit Jahresbeginn in unregelmäßigen Abständen.