1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

neue Eigentümer für Pfarrhaus und Pfarrsaal in Altrich

Kommunales : Neue Nutzung für’s alte Pfarrhaus in Altrich gefunden

Die Verbandsgemeinde und die Gemeinde sind die neuen Eigentümer des Pfarrhauses und des Pfarrsaals in Altrich. Grundschule und Kita ziehen dort ein.

Es ist ein emotionales Thema in Altrich: Das Bistum Trier hat in einem Finanzierungsplan festgelegt, dass die Kirchengemeinde St. Andreas Pfarrhaus und Pfarrheim verkaufen müssen. Sonst kann die Kirchengemeinde den Eigenanteil zur Renovierung der Kirche, die 1,145 Millionen kostet, nicht leisten. Das Bistum selbst zahlt 70 Prozent der Kosten der Kirchenrenovierung. Bleiben noch 340 000 Euro, die von der Pfarrgemeinde aufgebracht werden müssen. Ohne den Verkauf der Immobilien ginge das nicht. Würden die Gebäude schon seit Jahren leer stehen, würde die Entscheidung vielleicht leichter fallen. Aber in Pfarrhaus und Pfarrsaal sind die Katholische Jugendgruppe, der Kirchen-, Männer- und der gemischte Chor sowie die Frauengemeinschaft regelmäßig zusammengekommen. Für sie galt es neue Lösungen zu suchen.

Edgar Schneider, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Kirchengemeinde St. Andreas erklärt: „Begeistert war bei der Kirchengemeinde keiner, dass wir die Gebäude verkaufen müssen, aber es gibt keinen anderen Weg. Dafür haben wir die Kirche jetzt in einem Top-Zustand.“ Weiter sagt er: „Wir haben erst mit der Ortsgemeinde gesprochen, um zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Ziel war, dass die Altricher weiter Zugang zu den Gebäuden haben.“

Die Gemeinde hatte bei den Gebäuden ein Vorkaufsrecht. Dabei stellte sich aber die Frage der Nutzung. Nur Vermietungen würden sich nicht rechnen. Eine Idee war, die Räume an eine Tageseinrichtung für Senioren zu vermieten, aber Gespräche mit potenziellen Betreibern brachten nicht den gewünschten Erfolg.

Parallel zu diesen Ereignissen gab es die Zahlen aus der Grundschule und der Kindertagesstätte, aus denen hervorging, dass es sowohl in der Kita, als auch in der Grundschule Raumbedarf gibt. Die Verbandsgemeinde als Träger der Grundschule hat sich dazu entschlossen, das Pfarrheim für 106 000 Euro zu kaufen. Verbandsbürgermeister Dennis Junk erläuterte in der vergangenen Haupt- und Finanzausschusssitzung die Gesamtkosten, damit dort zwei Klassen unterrichtet werden können. Sanierungs- und Umbaumaßnahmen in Höhe von rund 141 000 Euro und Ausstattungsausgaben in Höhe von 56 500 Euro kommen noch zu den Kosten für das Gebäude dazu. Die Baumaßnahme könnte mit 80 Prozent und die Ausstattungskosten mit 70 Prozent gefördert werden, durch eine Sonderförderung im Rahmen eines Konjunktur- und Krisenbewältigungspakets „Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken“.

Nach dem Schulgesetz wird auch der Landkreis zehn Prozent geben, so dass die Gesamtkosten für das Projekt bei 66 300 Euro für die Verbandsgemeinde liegen. Dennis Junk: „Zur Grundschule ist es sehr nah, ebenso zur Altreiahalle. Die Kinder und der Ort profitieren davon, dass mehr Altricher Kinder dort lernen und genügend Platz vorhanden ist.“

Die Gemeinde als Träger der Kita prüft momentan, ob das Pfarrhaus, das sie gekauft hat, als Erweiterung der Kita dienen kann. Ein Anbau im Pfarrgarten wäre grundsätzlich möglich. Die Planung und Finanzierung müssen noch geprüft werden.

Für die katholische Jugendgruppe gibt es positive Nachrichten, sie kann zukünftig einen Teil des Bauhofs nutzen und die Chöre können im Generationenhaus oder im Mehrzweckbereich der Altreiahalle proben. Ortsbürgermeisterin Sylvia Stoffel-Leuchter sagt erleichtert: „Der Verwaltungsrat und der Ortsgemeinderat haben es geschafft, Pfarrhaus und Pfarrheim für die Altricher zu erhalten.“