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Radfahrer suchen in Wittlich oft nach dem Maare-Mosel-Radweg

Unterwegs auf dem Maare-Mosel-Radweg : Ratlos auf zwei Rädern – Radfahrer suchen in Wittlich nach dem richtigen Weg

Viele Radfahrer suchen in der Kreisstadt nach dem richtigen Weg: In der oberen Burgstraße wissen sie oft nicht, wo der Maare-Mosel-Radweg weitergeht. So ging es auch Dietrich Beitzke, der dem TV von seinen Erfahrungen berichtete.

„Warum sollte man also diese Radler-Ströme, die ja teils auch auf dem Mosel-Maare-Radweg unterwegs sind, nicht zu einem Abstecher in die reizvolle Altstadt mit ihren Geschäften, Gastronomie-Betrieben und historischen Sehenswürdigkeiten bewegen?“ Das fragte der Trierische Volksfreund bereits 2017 in einem Artikel.

Bis heute scheint sich daran nicht viel geändert zu haben. Dietrich Beitzke, der häufig im In- und Ausland mit Wohnmobil und Fahrrad unterwegs ist, fuhr Mitte August auf dem Maare-Mosel-Radweg, angeregt durch die Internetseite www.bahntrassenradeln.de von Achim Bartoschek, auf der Beitzke auch selbst seine Erfahrungsberichte mit dem Rad veröffentlicht.

Sein Urteil über Wittlich fällt dabei bei der Tour über den Maare-Mosel-Radweg alles andere als positiv aus: „Der Genuss war leider auf dem Hinweg wie auch auf den Rückweg übel unterbrochen in Wittlich“, teilt er dem TV mit.

Im Gegensatz zur sonstigen durchgehend guten Beschilderung und Radwegeführung zeige die Wittlicher Verwaltung den Radfahrern, dass sie doch besser mit dem Auto kommen sollten, fährt er fort und begründet das wie folgt: „Wir kommen von Daun und verlieren gleich in der Burgstraße den Anschluss und landen unter Autos.“ Er habe eine „unsichtbare Radwegeführung und keine beziehungsweise ausgewaschene Markierungen gefunden.

Etwas weiter in der Schlossstraße habe sich ihm dann folgendes Bild geboten: Wieder keine Hinweise, getreu dem Motto: „Seht doch zu, wo ihr zwischen den Fußgängern durchkommt.“

Auf dem Rückweg, Beitzke und seine Begleiter sind mit ihren E-Bikes in Daun gestartet und nach Wittlich gefahren sowie diesen Weg auch wieder zurück, hat er Folgendes erlebt: „Wir kommen aus Süden und fahren als erstes an dem ,wunderschönen’ Industrie/Konsumtempelgebiet auf holperigen Fußwegen vorbei.“ Wieder habe er unsichtbare Radwegeführung und keine Markierungen vorgefunden. „Nach einer gekonnten U-förmigen Umfahrung der A 1 schlängelt sich der MMR über die L 141 wieder auf den alten Bahndamm, um die Radfahrer an der Gerberstraße dumm stehen zu lassen. Vor uns eine riesige versiegelte Fläche – und Schluss mit jeder Art der Beschilderung auf dem Viehmarktplatz. Wer will da hin? Nur Autos“, sagt er. Da hieße es: Schnell weg aus Wittlich, denn Radfahrer kauften bekanntlich nichts, weil sie ja keinen Kofferraum hätten, fügt er ironisch an.

Ist es wirklich so wie Dietrich Beitzke sagt? Eine Stichprobe des TV in der Burgstraße, wo der MMR in der Stadt ankommt, zeigt: Wie Beitzke geht es den meisten Radfahrern, und das sind an diesem Tag nicht wenige: Im Minutentakt kommen Radler, meist zu zweit, in Wittlich über den MMR an und schauen sich in der Burgstraße um, um nach dem richtigen Weg zu suchen.

Den finden zwar alle, aber er ist mit einem Aufsteller eines Einzelhändlers zum Teil zugestellt und nur schwer für Radfahrer zu befahren. Die meisten steigen ab. Weiter unten, spätestens an der Ecke Schlossstraße, müssen sie sich die Straße mit Fußgängern und Autos teilen. Oft eine enge Sache, für alle Beteiligten.

 MMR 2020
MMR 2020 Foto: TV/Petra Willems

Dietrich Beitzke hat nach seiner Tour in der Eifel weiter im Internet recherchiert: „Auch die Website der Stadt bietet keine Infos zu Radwegen – irgendwie gibt’s die da nicht.“ Man fände nur 57 Mal „Sperrung des Radwegs“. Eine Anfrage des Volksfreunds von Dienstag an die Stadtverwaltung zum Thema Radtourismus und Maare-Mosel-Radweg hat die Stadtverwaltung innerhalb von zwei Tagen nicht beantwortet. Etwas Positives gibt es jedoch vonseiten der Stadt für Radfahrer wie Beitzke: Durch die Erschließung des Industriegebiets III Nord wird der MMR in dem Bereich L 141/A 1 umgelegt und ansprechender gestaltet. Dietrich Beitzke wird das allerdings vermutlich nicht mehr selbst testen können, denn für den Aachener steht fest: „Freiwillig werde ich nicht wiederkommen. Radwege, die keine sind und nach 100 Metern ohne Warnung enden habe ich auch in Aachen.“