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Trierer Künstler und Thomas Schwab bringen 2021 das Musical "Isabel" auf die Bühne

Musik : Ein Musical übers Erwachsenwerden

Zwei Trierer Künstlerinnen konnten renommierte Profis von ihrem Musical „Isabel“ überzeugen, bei dem auch zahlreiche Jugendliche aus der Region mitwirken sollen. Produzent wird Thomas Schwab. 2021 soll es zu sehen sein.

„Steh auf, steh auf, steh  auf! Sieh nach vorn, spür’ die Kraft und lauf!“, singen die fünf Musiker aus voller Seele in ein Mikrofon – eine Szene, die deutlich aus Vor-Corona-Zeiten stammt. Und selbst, wer Musicals schmalzig findet, kommt nach dem zweiten, dritten Anhören womöglich schwer um die Gänsehaut herum – und hat zudem einen Ohrwurm im Kopf. Dieses im Studio von Singer-Songwriter Daniel Bukowski aufgenommene Lied wird der Höhepunkt eines Musicals, das im Schatten der Corona-Krise derzeit in Trier entsteht. Es ist ein Lied, das Mut machen soll. Und das genau aus diesem Grund jetzt schon in einem von „Freck Langsam“-Regisseur Michael Schu gedrehten YouTube-Video veröffentlicht wurde.

In etwas mehr als einem Jahr soll das Musical „Isabel“ – an dem sich neben zahlreichen Trierer Jugendlichen sowohl nationale als auch regionale Größen der Branche beteiligen – in der Trierer Europahalle uraufgeführt werden. Produzent und musikalischer Direktor ist Thomas Schwab, überregional bekannt für seine Shows und Kompositionen wie „Yakari“, „Wickie – das Musical“ oder „Christmas Moments“.

Idee und Buch stammen von der Trierer Pianistin und Klavierlehrerin Ekaterina Dokshina, die Musik hat die Trierer Songwriterin Maria Vicente, alias Masha, komponiert, und auch die Liedtexte stammen von ihr. Regisseur ist Marco Krämer-Eis, geboren 1992 in Gerolstein, der bereits an zahlreichen von Schwabs Produktionen als Regisseur oder Regieassistent mitgewirkt hat. Leiterin eines neuen Projektchors mit Jugendlichen aus der Region wird die Chorleiterin, Sängerin und Komponistin Julia Reidenbach, Gründerin des Trierer Chores über Brücken. Choreografin ist die in Luxemburg geborene Sylvia Camarda, die unter anderem beim Cirque du Soleil getanzt hat und seit 2016 ihre eigene Tanzsendung „Move!“ auf Arte präsentiert. Und dann sollen noch zahlreiche Jugendliche aus der Region mitwirken. Insbesondere solche, die an sozialen Brennpunkten leben.

Wie Maria Vicente betont, dreht sich das Musical um eine wahre Geschichte, die Ekaterina Dokshina erlebt hat: Die junge, talentierte Cellistin Isabel steht an der Schwelle zum Erwachsensein. Mit 16 träumt sie davon, eine große Musikerin zu werden. Doch das Leben in der Kleinstadt scheint kein guter Start für die  Musikkarriere zu sein. Und dann wirft das Leben sie immer wieder aus der Bahn, droht, sie vom Weg abzubringen: Ihr  Vater stirbt, zudem gerät sie unter den negativen Einfluss ihrer Freunde, dann wären da noch die Turbulenzen der ersten Liebe zu dem gleichaltrigen Ven und und etwas, das so viele Jugendliche plagt: mangelndes Selbstwertgefühl. Trotz alledem verliert sie ihr  Ziel nicht aus den Augen, findet sich selbst und schafft es, ihren Traum zu verwirklichen.

Es ist eine Geschichte über Schwierigkeiten und Lichtblicke des Erwachsenwerdens. „Themen, für die die mitwirkenden Jugendlichen also die eigentlichen Experten sind“, sagt Vicente, die schon seit drei Jahren an dem Musical schreibt. Sobald die Pandemie dies zulässt, will sie das Projekt vorstellen, um Jugendliche für den Chor zu gewinnen. Profis sollen dann musikalisch und darstellerisch mit ihnen arbeiten, um sie für die Bühne fit zu machen, bevor die eigentlichen Proben beginnen. Wenn alles klappt, soll es im Oktober losgehen. Gespräche mit möglichen Sponsoren laufen schon längst, weitere Unterstützer werden gesucht.

Nun hoffen alle Beteiligten, dass sich das Ziel, „Isabel“ im Mai 2021 auf die Bühne zu bringen, trotz der Corona-Krise verwirklichen lässt. „Wenn ihr einen Traum habt, dann geht nicht vom Weg ab!“, sagt Maria Vicente, das sei die Message des Musicals. Auch in der aktuellen Situation, die so viele Künstler hart trifft, findet sie diese Botschaft passend. Daher kann man auf YouTube jetzt schon verfolgen, wie fünf Musiker aus voller Seele singen: „Steh auf, steh auf, steh  auf! Sieh nach vorn, spür’ die Kraft und lauf!“

 Diese beiden Trierer Künstlerinnen haben Thomas Schwab von ihrem Musical „Isabel“ überzeugt: Maria Vicente (links) und Ekaterina Dokshina.
Diese beiden Trierer Künstlerinnen haben Thomas Schwab von ihrem Musical „Isabel“ überzeugt: Maria Vicente (links) und Ekaterina Dokshina. Foto: TV/Jekaterina Zavoronkova

Getragen wird das Musical von dem dafür gegründeten Verein „Freunde der Kulturförderung e.V.“ Weitere Infos unter www.isabel-musical.de, Kontakt: Maria Vicente, E-Mail: mail@isabel-musical.de