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Trier-Ehrang: Warum das Krankenhaus trotz Corona nicht öffnet

Hochwasser : Warum das Krankenhaus in Trier-Ehrang trotz Corona-Pandemie geschlossen bleibt

Die Corona-Zahlen steigen und machen die medizinische Versorgung umso wichtiger. Deshalb stellt sich für Menschen in der Region die Frage, warum das Krankenhaus in Ehrang nicht doch noch Patienten betreuen kann.

Es war eine Hiobsbotschaft am vorherigen Freitag: Das Klinikum Mutterhaus Ehrang wird nicht wieder in Betrieb genommen. Das haben der Aufsichtsrat und die Klinikleitung am Freitagvormittag den 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitgeteilt. Das Krankenhaus mit 120-jähriger Geschichte war zuletzt einer von drei Standorten des Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier. Der Einzugsbereich reichte bis weit in die Eifel, in die Moselregion und auch den Hunsrück.

Da sich einige  Leser auf Facebook die Frage gestellt haben, warum das Krankenhaus trotz Pandemie geschlossen bleibt, haben wir es noch einmal kurz zusammengefasst.

Warum ist das Krankenhaus in Ehrang geschlossen?

Durch die Hochwasserkatastrophe am 15. Juli wurde auch das Krankenhaus in Ehrang stark beschädigt. Wegen starker Regenfälle trat die Kyll in kurzer Zeit übers Ufer und überflutete teilweise die Klinik. Innerhalb von 45 Minuten wurde das Gebäude evakuiert, Patienten mit Fahrzeugen, Rettungsfahrzeugen und auch Hubschraubern in das Klinikum Mutterhaus Mitte und das Klinikum Mutterhaus Nord transportiert.

Ein Bild der Verwüstung bietet das Untergeschoss des Krankenhauses, das vor allem Technik und Elektrik beherbergt: Sauerstofftanks stehen unter Wasser, die Computer-Server, die unter anderem nötig für die digitalen Patientenakten sind, sind nass, verschlammt und zerstört, der Magnet-Resonanz-Tomograf (MRT) aufgebrochen. Auch die Geräte und Behandlungsräume der Physiotherapie im Klinikkeller sind verwüstet. Und das ist nur ein Auszug der Zerstörung.

Keine Wiedereröffnung der Klinik: Das sind die Gründe

Zu der Entscheidung, das Krankenhaus Ehrang nicht wiederzueröffnen, haben besonders zwei Gründe beigetragen: Die großen Schäden, die in die Millionen gehen, und die Zeit, die der Wiederaufbau in Anspruch nehmen würde. „Bis wir in Ehrang wieder den vollständigen Betrieb aufnehmen könnten, würden drei bis fünf Jahre vergehen“, erklärte der für den kaufmännischen Bereich zuständige Geschäftsführer Oliver Zimmer am Freitag. Kostenpunkt: Zwischen 30 und 60 Millionen Euro.

Die Pläne für die Zukunft

Stattdessen soll eines der Klinikgebäude im Mutterhaus Mitte aufgestockt werden. Das ist auch günstiger als die Sanierung des Ehranger Standorts. Was mit dem Gelände und dem Gebäude passieren soll, ist noch unklar. Auch die Auswirkungen auf die unmittelbar benachbarte Seniorenresidenz St. Peter sind noch zu klären. Diese soll im März 2022 wiedereröffnet werden.