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Bildung: Erste Hürde für den Neubau genommen

Bildung : Erste Hürde für den Neubau genommen

Ein Gutachten kommt zum Ergebnis, dass die Sanierung der Grundschule Osburg nicht sinnvoll ist. Nun ist die ADD am Zug.

Es ist ziemlich genau fünf Jahre her. Damals stimmte der Verbandsgemeinderrat mehrheitlich für den Neubau der Grundschule Osburg. Vertreter der SPD und der FWG waren dafür, die CDU enthielt sich der Stimme, die Grünen plädierten für eine Sanierung. Der damalige Bürgermeister Bernhard Busch sagte in der Sitzung: „Die Chancen auf eine Genehmigung stehen bestens“. Da hat sich der frühere Bürgermeister zu früh gefreut. Denn bis heute besuchen die Kinder aus dem Schulzbezirk Osburg die selbe Schule wie ehedem ihre Eltern. Denn neu gebaut worden ist bisher nichts. Die Kosten für einen Neubau wurden 2017 mir gut fünf Millionen Euro angegeben.

Ein Grund für die lange Dauer zwischen Baubeschluss und Baubeginn ist unter anderem die sogenannte Lebenszyklusanalyse. Diese muss der Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde (ADD) Trier vorgelegt werden und ist Nachweis darüber, dass ein Neubau auch bei einer Betrachtung eines Nutzungszeitraums von 50 Jahren die wirtschaftlichste Variante gegenüber einer Sanierung des Altbestands darstellt.

Die nun von einem Ingenieurbüro vorgelegte Analyse bestätigt nach Auskunft der VG-Verwaltung Ruwer die Entscheidung des Verbandsgemeinderats, dass ein Ersatzneubau im Vergleich zu einer Sanierung die wirtschaftlichere Variante darstellt. Während bei den direkten Investitionskosten keine großen Unterschiede festgestellt worden seien, „wird bei einem Kostenvergleich über eine Nutzungsdauer von 50 Jahren ein Kostenvorteil von rund 14 Prozent bei einem Neubau nachgewiesen.“ Die Gründe dafür seien insbesondere Einsparungen bei der Ver- und Entsorgung und dem technischen Gebäudemanagement infolge einer besseren Bau- und Anlagentechnik.

Schon bei der Grundsatzentscheidung 2015 stand die Frage im Raum, ob nicht besser das aus den 1960er Jahren stammende Schulgebäude saniert werden sollte. „Die Möglichkeiten zur effizienten Nutzung des bestehenden Schulgebäudes werden als begrenzt dargestellt“, teilt die Verwaltung mit. Ein Neubau hingegen ermögliche eine optimale Gestaltung der Räume nach heutigen Maßstäben und damit auch eine bestmögliche Flächenausnutzung.

Das Ergebnis der Lebenszyklusanalyse ist inzwischen der zuständige Stelle der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion mit der Bitte um eine zeitnahe Prüfung und Genehmigung vorgelegt worden. Damit sei eine weitere Hürde auf dem Weg zur Realisierung des Neubaus genommen. Nach Auskunft von Stephanie Nickels, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Ruwer, ist es, in diesem Jahr noch den Architektenwettbewerb zu starten. Solche Wettbewerbe stehen ganz am Anfang einer Planung. Im Fall Osburg spielt es keine Rolle, dass es bereits einige Pläne gegeben hat. So war beispielsweise ausgiebig im Verbandsgemeinderat diskutiert worden, ob das neue Gebäude in Massivbauweise oder aus Fertigelementen entstehen soll. Auch die Frage der Ausrichtung des neuen Baukörpers war umstritten. Aufgrund der Größe des Projekts wird ähnlich wie beim Neubau der Ruwertalschule Waldrach der Bau der Osburger Schule europaweit ausgeschrieben. Allein dieser Verfahrensschritt dürfte rund ein Jahr dauern. Ein Blick nach Ruwer lohnt doppelt. Dort ist im April 2018 der Sieger des Architektenwettbewerbs präsentiert worden. Rund zwei Jahre später haben die Bauarbeiten dort noch nicht begonnen.