1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Glaube im Alltag vom 31. Oktober

Glaube : Alle:heil(ig)en!

Ja, es tut weh: Schon wieder ein „Lockdown“ für so viele oder fast alle – und auch hier in Trier, obwohl doch wenigstens die Stadt selbst eigentlich lange ziemlich wenig „Corona“ gehabt hatte.

Ja, es droht ein sehr stiller November – und ob ein Weihnachtsmarkt, verteilt durch die ganze Innenstadt, viel vorweihnachtliches Gefühl bringen wird – bleibt dann abzuwarten.

Aber jetzt, ab Montag: Möglichst wenig Kontakte und Infektions-Gefahren. Erst mal wieder viel weniger Menschen da, wo sie sich sonst in großer Zahl treffen: im Supermarkt, im Baumarkt, beim Sport oder auch in der Kirche. Friedhöfe und Gräber werden gesegnet, morgen oder übermorgen – aber die Pfarrer und Diakon und andere Beauftragte werden allein unterwegs sein, ohne Gemeinde. Für die Angehörigen gibt‘s manchmal am Friedhofs-Tor ein Faltblatt mit Texten für das private stille Gebet am Grab der lieben Verstorbenen.

Ich glaube, es ist durchaus auch eine moralische Pflicht von uns Christenmenschen, dass wir bei diesem „Wellenbrecher“ mitmachen und uns an die Spielregeln halten. Wer es tut, schützt sich selbst; vor allem aber die Anderen. Niemand will ja, dass sich bei ihm oder ihr jemand das Virus holt.

Andere (möglichst alle) heilen oder schon vor der Krankheit schützen: das ist ein Auftrag ganz im Sinne des Jesus von Nazaret. Der hat Menschen geheilt – auch von rätselhaften Krankheiten, die lange als unheilbar galten. In seinem Namen könnten Christinnen und Christen auch heute und morgen unterwegs sein. Sie wissen sich ja von Gottes Gnade be­schenkt; sie fühlen sich berufen, liebevoll zu handeln und auch zur großen Schar aller Heiligen dazu zu gehören.

Ab Allerheiligen aktiv zu sein gegen Corona und sich ein Stück weit zurückzunehmen: das wäre dann doch ein guter stiller November – für alle Heiligen und für die vielen Anderen auch.

Atfried Rempe,
Pastoralreferent
in Trier